Arequipa, Colca, Paracas und Lima

Arequipa
Am Montagnachmittag, den 30.5.16 bin ich in Arequipa eingetroffen. Heute ist inzwischen schon Donnerstag der 2.6.16. Während meiner Zeit in Santiago merkte ich, dass ich etwas müde darin werde, stets zu überlegen, wo ich hinwill und meine Weiterreise und Unterkünfte zu organisieren. Und immer allein unterwegs zu sein. Und so habe ich mich entschlossen, für Peru eine dreiwöchige Sprachrundreise zu buchen. Und zwar mit dem Veranstalter „Lernen und Helfen“. Jetzt ist für drei Wochen alles für mich organisiert. Das Programm ist eine interessante Kombination aus Sprach- und Rundreise. Hier in Arequipa wohne ich wieder bei einer Gastfamilie. Vormittags habe ich vier Stunden Spanischunterricht, Einzelunterricht bei Maria. An zwei Nachmittagen ist eine zweite Spanischlehrerin, Marta, mit mir losgezogen und hat mir Arequipa gezeigt. Von Sonntag (5.6.16) bis Dienstag (7.6.16) wird Marta mich auf einer dreitägigen Tour ins Canyon de Colca begleiten und von Donnerstag (9.6.16) bis Samstag (11.6.16) zum Lago Titicaca. „Lernen und Helfen“, das bedeutet man unterstützt mit seiner Reise ein soziales Projekt. Ich konnte wählen zwischen Kindergarten, Heim für Mädchen, Heim für Jungen und Heim für alte Frauen. Was glaubt ihr, habe ich gewählt? Morgennachmittag werde ich mit Marta eines dieser sozialen Projekte besuchen und meine Spende übergeben.
Reiseberichte über Arequipa und Fotos folgen.

Canyon del Colca, zwischen Cruz del Condor und Chivay, 6.6.16
Canyon del Colca, zwischen Cruz del Condor und Chivay, 6.6.16
zwischen Canyon del Colca und Arequipa, 7.6.16
höchste Stelle auf dem Weg zwischen Canyon del Colca und Arequipa, 7.6.16

Mittwoch, der 8.6.16. Ich habe den Rest der Reise gecancelt. Die Höhe, die Kälte und die dünne trockene Luft in Colca auf 3500 m Höhe haben mich total fertiggemacht. Grund dafür ist, dass ich mich von meiner Bronchitis noch nicht wieder richtig erholt habe und für diese Höhen einfach noch nicht wieder fit genug bin. Ich werde morgen an die Küste nach Lima reisen und eventuell weiter nach Paracas (Küste) mit dem Bus fahren in der Hoffnung, dass das Meeresklima mir besser tut.

Freitag, der 10.6.16. Bin in Lima im Stadtteil Miraflores. Habe vorerst zwei Nächte in Miraflores gebucht, weil dies ein angeblich schönes Viertel sein soll. Wenn ich danach urteile, was ich bisher von Lima und Miraflores gesehen habe, dann ist Lima eine der hässlichsten Städte, die ich jemals gesehen habe. Wenn Miraflores ein schönes Viertel sein soll, wie sieht dann erst der Rest der Stadt aus? Aber ich finde, man kann sich auch hässliche Städte ansehen, man braucht ja nicht zu lange bleiben. So sieht halt unsere Welt aus.

Morgen, Samstag den 11.6.16 werde ich mit dem Bus nach Paracas fahren in der Hoffnung dort ein wenig Erholung zu finden.

Mittwoch, 15.6.16. Paracas ist schön und warm. Bin in einem schönen kleinen Hotel direkt am Meer, Bamboo Lodge. Sitze gerade beim Frühstück auf der Terasse mit Blick auf die kleinen bunten Boote in der Bucht. Unglücklicherweise funktioniert mein Laptop seit Freitag nicht mehr. Der Bildschirm bleibt schwarz, obwohl beim Starten zunächst acer erscheint und der kleine Kreis zum Warten. Der Mauspfeil lässt sich noch bewegen. Ansonsten bleibt der Bildschirm dunkel. Daher wird es jetzt erstmal nicht viel Neues geben. Vielleicht hat ja jemand von euch einen Tipp? Fotos kann ich auch nicht mehr hochladen. Und das Schreiben mit Tablet ist unkomfortabel. Mehr gibt’s dann in meinem Buch über die Reise, auch über die Tage und Zeitstrecken, die in diesem Block fehlen. Ich habe noch einen ganzen Packen Kladdezettel im Gepäck, wichtig und wertvoll wie Reisepass und Kreditkarte.

Freitagmorgen, 17.6.16. Letztes Mal Frühstück in der Bamboo Lodge. Sechs Tage Paracas waren gut zum Aufwärmen und Erholen. Habe hier die drei wichtigsten Ausflüge mitgemacht: zu den Islas Ballestas, in den Paracas Nationalpark/ Wüste und nach Ica/ Huacachina inklusive Pisco-Destillery. Und mit dem Collectivo bin ich auf eigene Faust in den nächstgelegenen Ort Pisco gefahren und habe dort tiefstes einfaches Peru gesehen. Ein Erlebnis! In Paracas bin ich einige Male den Strand/ Küstenabschnitt bis es nicht mehr weitergeht, das ist dort wo der Nationalpark anfängt, entlanggewandert. Ich glaube, kaum ein Reisender bleibt sechs Tage in Paracas. Heute um 12.00 Uhr werde ich mit den Bus ‚Cruz del Sur‘ nach Lima fahren. In Lima werde ich bis zu meinem Abflug bleiben. Ich habe mir wieder im Viertel Miraflores ein Guesthouse gebucht. Ich freue mich schon unheimlich auf zu Hause. Zähle täglich, wie oft noch schlafen bis ich wieder zu Hause bin. Wie ein kleines Kind, das kaum erwarten kann bis der Weihnachtsmann endlich kommt. Ich habe genug gesehen. Es wird Zeit nach Hause zu fliegen.

Lima
Sonntag, der 19.6.16. Seit Freitagnachmittag bin ich in Lima. Im Guesthouse Wasi Independencia in der Calle Independencia im Viertel Miraflores. Dieses Guesthouse ist deutlich netter als jenes in dem ich vor ein paar Tagen zwei Nächte war bevor ich nach Paracas gefahren bin. Ich muss meinen ersten Eindruck über Lima revidieren. Gestern und heute habe ich mir das Zentrum, das sog. Centro Historico, angesehen, und das ist von Lima wirklich schön und spannend! Das Centro Historico ist sogar besser als das von Santiago de Chile! Während im Zentrum von Santiago lediglich die Plaza de Armas und ganz wenige kurze Straßenabschnitte in der Nähe des Platzes schön waren, erstreckt sich das historische Zentrum von Lima über zig Straßen kreuz und quer im Schachbrettmuster. Die Plaza de Armas mit der riesigen Kathedrale, dem Gobierno Palast und den umliegenden gelben Häusern mit braunen Holzbalkonen ist wunderschön. Und im Gegensatz zu Santiago, wo im Zentrum die Farbe grau vorherrscht, herrschen im Zentrum Limas farbige Hausanstriche vor. Vor allem viel Gelb, auch rosa und hellblau. War im Downtown Lima, und zwar soweit bis an die Stellen, ab wo man nicht mehr weitergehen sollte. Dies hat einen besonderen Reiz für mich. Verlässt man das Zentrum Limas, dann sieht es sehr bald schäbig und hässlich aus, und zwar deutlich schlimmer als Santiago!
Morgen werde ich mir noch einmal das Viertel Miraflores unter die Lupe nehmen.

Good news, my laptop is working again! Thanks to my colleque Sebastian and my Englishfriend Colin! Mit einer Kombination aus deren beiden Tipps habe ich den Laptop wieder zum Laufen gekriegt!!

Von Santiago nach Arequipa

Von Santiago nach Arequipa
Heute ist Sonntag, der 15.5.16 und ich sitze im Bus. Bin auf dem Weg von Santiago nach La Serena. Es ist jetzt 10.30 Uhr morgens, herrlichster Sonnenschein und blauer Himmel. Um 9.40 Uhr ist der Bus von Santiago, Terminal Alameda bei der Universidad de Santiago, abgefahren. Ich bin seit knapp einer Stunde auf der Autopista 5 Richtung Norden unterwegs und durchfahre eine herrliche Landschaft. Endlich raus aus der 8-Millionen-Stadt Santigo. Raus aus dem Grau, Beton und Smog. Wenn ich auch noch nicht gut im Spanischen bin, so ist es mir gestern doch gelungen, am Schalter im Terminal Alameda, wo die Angestellte kein Englisch spricht, ein Ticket nach La Serena mit einem asiento de adelante y cerca de la ventana zu kaufen (Sitzplatz vorne und am Fenster). Ich bekam ein Boleto mit Sitzplatz Numero 13. Nummer 13, habe gedacht, wahrscheinlich sind die Plätze weiter vorne schon ausverkauft. Heute Morgen die freudige Überraschung, die Reisebusse von Turbus sind Doppeldeckerbusse und Nummer 13 ist oben ganz vorne! Und ich habe zwei Plätze für mich. Neben mir, Nummer 14 ist frei. Hier oben in der ersten Reihe sitzt nur noch ein älterer Herr auf Platz Nummer 16. Überhaupt ist der Bus nicht einmal halb voll. Dass das sich lohnt fürs Busunternehmen. Für 6500 chilenische Pesos (8,60 Euro) fahre ich heute 6-7 Stunden durch Chile. Die Buspreise liebe ich in Lateinamerika!
Nun zur Landschaft. Links und rechts der Straße sind Berge, links sind es eher Hügel, rechts zur Cordillerenseite sind sie höher, aber nicht so hoch wie die Bergkette östlich von Santiago, die sogar mit Schnee bedeckt war. Das Tal, durch das die Autopista 5 führt, ist grün, Graslandschaft mit kleinen Bäumchen und Büschen. Kurz hinter Santiago liegen Weinberge. Die Straße ist gut ausgebaut. Ab und zu geht es durch einen Tunnel. Leichte Kurven, mal ein durchschlagener Berg und ein leichter Abgrund, aber keine wirklichen Serpentinen. Die Autopista 5 verläuft überwiegend auf flachen Gelände. Ab und zu ein Dorf am Straßenrand. Die Häuser sind einfach und zur Hälfte ärmlich. Überhaupt, habe ich mir Chile nicht so arm vorgestellt. Aber arm ist auch relativ. Wie viele arme Menschen es hier gibt, das ist mir schon in den vier Wochen in Santiago aufgefallen.

Inzwischen ist es 12.00 Uhr mittags und die Autopista 5 verläuft entlang der Pazifikküste. Ich sitze nicht nur vorne und am Fenster, sondern auch auf der richtigen Seite, zur Meerseite! Schon ab Pichicuy genieße ich immer wieder schöne Ausblicke zur linken Seite aufs Meer, anfangs auf kleine Strände und jetzt bei Caleta und Los Vilos auf die felsige Küste. Vor mir, in weiter Entfernung, immer wieder spektakuläre Blicke auf eine hügelige graue Silhouettenlandschaft. Der Himmel ist inzwischen bedeckt. Zur rechten Seite kann ich einen Berggipfel mit Schnee erspähen! Die Landschaft ist trockener geworden. Vorne oben im Bus ist ein kleiner Bildschirm angebracht und Filme laufen zur Unterhaltung der Fahrgäste. Zum Glück konnte ich dem Steward im Bus bitten, die Lautstärke an meinem Platz zu reduzieren. Für mich läuft durch die Fensterscheiben draußen der beste Film ab.
Der Bus fährt durch den Ort Los Vilos und zum Busterminal. Vor meiner Reise hätte ich wirklich nicht gedacht, dass Chile so rückständig ist. Ich kann mich nur wiederholen, die Häuser sind klein, einfach und arm. Der Bus hält einige Male und Menschen mit Verkaufstaschen steigen in den Bus um Empanadas an die Fahrgäste zu verkaufen. Ich hatte zwar Brötchen und zwei Bananen dabei, leider schon aufgegessen, und kaufe mir ein Empanada mit Queso. 13.15 Uhr noch 200 km bis La Serena. Die Landschaft ist wieder eine Nuance trockener geworden. Die ersten Kakteen tauchen auf. Kakteen zwischen den trockenen Grasbüscheln der Wildnis und Kakteen in Reihe und Glied als Hecke um Felder abzugrenzen.

Ich habe die letzten vier Wochen in Santiago immer wieder überlegt, wie lange ich noch weiterreisen will und wie ich weiterreisen will. Für mich war von Anfang an klar, dass ich mindestens bis Ankunft in Santiago durchhalte und dann mal Gucken. Das wären acht Monate gewesen. Acht Monate Reisen hätte von der Dauer auch gereicht. Nach acht Monaten war ich mehr als voll mit neuen Eindrücken. Aber Mitte April kommen grad in Deutschland die Birkenpollen und wenn ich die umgehen kann, nichts leichter als in diesem Jahr. Außerdem wäre es doof gewesen, in Santiago anzukommen und gleich wieder abzufliegen. Zudem macht es mir keinen Spaß in Lateinamerika zu sein, ohne mich ein bisschen verständigen zu können, zumal ich es vor Jahren schon mal konnte. Also blieb meine Entscheidung bei vier Wochen Spanischkurs in Santiago. Als nächstes hielt ich es für wenig sinnig, nach vier Wochen Spanischlernen und nicht viel mehr als Santiago gesehen zu haben, wieder abzureisen. Meine Sehnsucht nach zu Hause war zwar in den letzten vier Wochen ganz schön groß, … meine Wohnung, mein Bett, und ich habe immer wieder Wildland vor mir gesehen. Dennoch habe ich mich entschieden, wenigstens zwei oder vier Wochen weiterzumachen. Und ich habe für den Monat Mai noch einmal für gutes Geld meine Wohnung vermietet, und zwar an den neuen argentinischen Generalkonsul, der im Mai seine neue Stelle in Hamburg antritt. Er hat meine Wohnung vorher gar nicht besichtigt. Allein die Fotos im Internet haben ihn überzeugt. Er hat die Wohnung von Südamerika aus über meine hamburgische Agentur gebucht. Ab Juni soll er eine Wohnung haben und dann kommt seine Familie nach. Vor dem ersten Juni könnte ich also gar nicht in meine Wohnung.

Ich ziehe jetzt meine ursprüngliche Idee durch. Ich werde auf dem Landweg bis Peru reisen. Geplante Zwischenstopps sind La Serena, Chanaral, San Pedro de Atacama und Iquique. Bis zum 29.5.16 will ich in Arequipa sein.

Jetzt haben wir 14.15 Uhr. Mein GPS zeigt an, dass wir bei Socos sind. Die Landschaft ist wieder eine Nuance trockener geworden, die Kakteen werden büschiger und kräftiger. Die Küste haben wir schon seit einiger Zeit wieder verlassen und fahren durch ein Tal. Links und rechts kleine Bergketten. Eben konnte ich durch einen Hügelspalt in weiterer Entfernung die schneebedeckten Bergspitzen der Anden sehen. Das Landschaftsbild ist nicht mehr grün, sondern umbrabraun und ockerbraun mit einem Hauch olivgrün. Dann wieder, zur rechten Seite, die schneebedeckten Anden. Als ich mich vor zwei drei Wochen bei einigen zum Personal der Sprachschule gehörigen Leuten, wegen einer Busfahrt Richtung Norden erkundigte, z.B. nach San Pedro de Atacama, haben mir Jaqueline, die Wochendtourenverantwortliche, Emily, eine Sekretärin, und Astrid, die Direktorin, von einer Busfahrt bis nach San Pedro de Atacama abgeraten. Fliegen ginge schneller und sei doch viel bequemer. Außerdem gäbe es nichts auf dem Weg zu sehen, nur Wüste. Von wegen! Ich habe den besten Platz im Bus, sitze superbequem mit Laptop auf meinem Schoß und vor und neben mir die einzigartige Landschaft!! Ankunft in La Serena 16.00 Uhr.
Dienstag, der 17.5.16
Seit Sonntag den 15.5.16 bin ich in La Serena. Eigentlich wollte ich hier nur zwei Tage bleiben, vielleicht auch drei, um eine Tour ins Valle del Elqui zu unternehmen. Ich habe kein Sightseeing und der Gleichen gemacht. Ging nicht. Nur die notwendigen Wege um etwas zu Essen, zum Supermarkt und in die Apotheke. Ich bin seit drei Tagen richtig heftig krank. Sonntagmorgen als ich in Santiago mit meinem Koffer zur Metro rollte, war noch alles gut. Während der Busfahrt merkte ich, dass sich etwas in meinen Bronchien zusammenbraut. Als ich gegen 16.30 Uhr in der Pension ankam, spürte ich festsitzenden Husten in der Brust und Fieber.
Die Pensionsangestellte hat mir meinen schlechten Zustand angesehen, bot mir Tee an. Als ich meinte, dass ich eigentlich noch eine Kleinigkeit, und zwar etwas Warmes essen müsste und ob sie mir irgendwo etwas bestellen könnte, bot sie sich an, mir was zu Essen zu machen oder zu besorgen. Ich habe es nicht genau verstanden, ich war nur froh, dass sie mir was bringen wird. Ich fragte nach einem Fieberthermometer und eine Heizung für mein Zimmer. Wollte sie mir alles organisieren und auch zwei große Flaschen Mineralwasser, da das Trinkwasser nicht trinkbar sei. Ich gab ihr einen 10000-Pesos-Schein (=13,20 Euro) und ging sofort ins Bett. Nach knapp einer Stunde servierte sie mir zwei Hähnchenschenkel mit Reis auf einem Tablet, ich bekam drei große 1,5-L-Mineralwasserflaschen, Tee und ein Fieberthermometer (muss sie in der Apotheke gekauft haben) und etwas Restgeld zurück. Ich aß mein Mahl. Dann passierte das, was man wohl, wenn man unter 39°C Fieber steht, als Alptraum bezeichnen kann. Meine Füße waren immer noch kalt. Und ich wollte mir diese in der Badewanne heiß abduschen. Ich ging ins Bad, zog meine Schuhe (die ich auch als Puschen verwenden muss) und Strümpfe aus, halte die Brause in der Hand, drehe den Warmwasserhahn auf und warte bis es von kalt auf heiß wechselt. Es schießt auf einmal ein Wasserstrahl nur so durchs Bad. Aus der Wasserleitung, die unterm Waschbecken verläuft. Rohrbruch. Ich mit Kleidung halbnass und meine einzigen festen Schuhe auch! Sowas kann man mit 39°-Fieber gerade gebrauchen! Ich sehe im Bad keinen Haupthahn. Ich weiß den Wasserstrahl nicht zu stoppen, renne aus meinem Zimmer, in der Rezeption niemand und rufe das halbe Hotel zusammen. Die Frau ist hilflos, sie ist das einzige Hotelpersonal. Es ist nur ein ganz kleines Hotel und zu dieser Jahreszeit maximal halb ausgebucht. Ein anderer Hotelgast versucht ihr zu helfen. Der arme Mann wird pitschnass, fragt auch nach dem Haupthahn. Die Angestellte ruft ihren Chef an, um den Ort des Haupthahnes ausfindig zu machen. Ich bekomme ein anderes Zimmer. Und ich frage noch einmal nach einer Heizung, weil ich ja jetzt irgendwie meine Schuhe trocknen müsste. Wenig später bekomme ich einen Heizlüfter ins Zimmer gestellt. Mit Füße warm abduschen, wurde an diesem Abend nichts mehr. Der Hauptwasserhahn blieb im Hotel am Abend geschlossen. Erst am nächsten Morgen gab es wieder Fließendwasser.

Seit nun drei Tagen habe ich Fieber, abends und nachts 39°C und tagsüber 38,5°C. Schüttelfrost und richtig festsitzende Bronchitis. Habe bereits seit Sonntagabend mein Antibiotikum aus meiner Reiseapotheke eingenommen und mit meiner Hausärztin in Hamburg per E-Mail kommuniziert wegen der Dosierung. Seit gestern nehme ich auch ein Acetylcystein-Präparat, welches ich mir hier in der Apotheke besorgt habe, zum Schleim lösen ein. Nichts hilft. Ich bin fix und fertig! Das Husten tut so weh. Auch heute Abend ist das Fieberthermometer wieder auf 39°C gestiegen. Inzwischen habe ich Angst, dass eine Lungenentzündung dahintersteckt. Ich habe eben in google map geschaut, das Hospital ist nicht weit und morgen ab 8.00 Uhr geöffnet. Ich werde morgen ins Krankenhaus gehen. Und ich registriere gerade, es hat Premiere, dass ich krank bin und meine Schule/Abteilungsleiterin wird mich nicht anrufen und fragen „Was soll ich mit den Schülern machen?“ Die letzten drei Jahre habe ich in meinem Kalender darüber Buch geführt, Krankheitstage und dienstliche Anrufe während dieser Zeit. Die Quote liegt irgendwo zwischen 0,5 und 0,8. Schon komisch, dass mir das jetzt gerade einfällt. Es ist das erste Mal, dass niemand von mir Arbeitsblätter oder Arbeitsaufträge für die Schüler haben will, während ich krank bin. Es ist leider so, man darf sonst noch nicht einmal in Ruhe krank sein.

Mittwoch, der 18.5.16
Ich bin kurz vor 8.00 Uhr wach, steh auf und geh in den Frühstücksraum. Heute macht der Nachtpförtner das Frühstück. All die Tage habe ich hier im Hotel stets nur eine Person als Hotelpersonal erlebt. Außer beim Schichtwechsel, dann sind für kurze Zeit zwei Angestellte anwesend. In der ersten Tageshälfte ist hier eine Frau, die Rezeptionistin, Küchenpersonal, Zimmermädchen und Putzfrau ist. Zwischen 14.00 und 15.00 Uhr ist der Schichtwechsel, dann kommt eine andere Frau und abends der Nachtpförtner.
Der Nachtpförtner fragt mich, wie´s mir ginge. Inzwischen wissen alle hier, dass ich krank bin. Ich antworte ihm, dass ich nach dem Frühstück ins Hospital gehen werde. Der Nachtpförtner ist der Einzige, der hier Englisch spricht. Er sagt, das sei gut und die Ärzte seien hier gut. Ich frage ihn, ob die Ärzte hier Englisch sprechen. Er meint zwar ja, aber bietet mir an, mich zum Krankenhaus zu begleiten. Das nehme ich gerne an. Um 10.00 Uhr sei Schichtwechsel, dann könne er mit mir dahingehen. Wir gehen also in die Ambulance des nahegelegenen Krankenhauses. Der Eingangsbereich der Ambulance gleicht eher einer Wartehalle eines Bahnhofes. Viele Menschen, schmuddelig. Es ist wirklich gut, dass der Nachtpförtner mich begleitet. Zunächst bei der Anmeldung, keiner spricht Englisch. Nach einer kurzen Wartezeit werde ich ins erste Patientenzimmer aufgerufen. Krankenschwestern checken bei drei Patienten gleichzeitig Blutdruck, Puls und Temperatur und entscheiden darüber, ob und mit welcher Wartezeit man zum Arzt kommt. Da mein Blutdruck, Puls und meine Körpertemperatur nach 7 Sekunden Fiebermessen unterm Arm keine lebensbedrohlichen Werte anzeigen, bekomme ich eine Wartezeit von drei Stunden. Ich frage noch einmal nach. Ich komme nicht früher dran, mein Leben sei schließlich nicht in Gefahr. Ich stehe erstmal ziemlich ratlos da, hier jetzt drei Stunden warten? Dann erklärt mir der Nachtpförtner, und hätt ich das gewusst, wäre ich gar nicht erst hierher gegangen. Dies sei das Public Hospital, welches nichts kostet. Wir könnten in ein Privado Hospital gehen, da käme ich schneller dran, das sei besser, kostet aber etwas. Warum hat er das nicht gleich gesagt, nichts wie hin da! Ein guter Fußmarsch und wir sind da, in der Clinica Elqui. Hier sieht es gleich ganz anders aus. Es sieht eigentlich so aus, wie bei uns in Deutschland. Hier in Chile muss man überall seinen Reisepass vorzeigen, so auch im Krankenhaus. Der Nachtpförtner regelt wieder meine Anmeldung. Ich muss zunächst 37900 Pesos (= 49,- Euro) bezahlen. Kurze Wartezeit, wieder Blutdruck, Puls und Körpertemperatur messen und zum Doktor. Der Nachtpförtner kommt überall mit. Er ist sogar dabei als der Arzt mich abhorcht. Der Arzt kann nicht gut Englisch. Er versteht wohl was ich sage und frage, antwortet aber in Spanisch. Und soviel verstehe ich dann auch „probablemente pneumonia“ und „probably pneumonia“. Und „probably“ heißt irgendwas zwischen „wahrscheinlich“, „vermutlich“ und „vielleicht“. Eine Röntgenaufnahme soll Klarheit bringen. Ich zahle nocheinmal 34400 Pesos für zwei Röntgenbilder meiner Lunge. Kurze Wartezeit und dann die Gewissheit, keine Lungenentzündung, sondern nur Bronchitis. Ich bekomme ein Antibiotikum verschrieben und zwei weitere Präparate.

Zurück im Hotel versuche ich nocheinmal das Zimmer zu wechseln. Ich bin nicht so grad zufrieden mit meinem Zimmer, da es im Souterrain liegt. Das Raumklima ist nicht so gut, da das Zimmer halb in der Erde steckt. Nach einigen hin und her und nachdem die Angestellte mit ihren Chef telefoniert hat, darf ich in die obere Etage ziehen. Komisch, einem wird oft versucht erst das schlechtere Zimmer anzudrehen. So auch jetzt wieder, die Angestellte versucht mir ein Zimmer anzudrehen, wo das Fenster in einem Häuserspalt liegt. Das geht gar nicht, zumal ich noch nicht weiß, wie lange ich das Bett noch hüten muss. Und bei dem Ausblick, der kein Ausblick ist, kriege ich noch Depressionen. Mein jetziges Zimmer ist schön, ich fühle mich wohl hierin. Wahrscheinlich auch deshalb, weil zwei Wände in einem Blau gestrichen sind, ähnlich dem Blau wie in meinem Zuhause in Hamburg. Das Fenster ist zum Patio, wie häufig üblich in Lateinamerika.

Donnerstag, der 19.5.16
Heute geht es mir etwas besser. Bettruhe ist aber noch angesagt. Ich bin nur zum Essen ins Zentrum gegangen. Ich habe das vierte Mal im gleichen Restaurant gegessen. Am Montag, beim ersten Mal hat es mir im La Terraza gut gefallen und ich hatte wenig Motivation ein anderes Restaurant auszuprobieren. Auf dem Weg dorthin liegt das Turbus-Office und ich habe mich schon mal nach Bussen weiter Richtung Norden erkundigt. Die Busoptionen sind klasse. Täglich fahren nahezu stündlich Busse in Richtung Norden.

Eben habe ich wieder die Bestätigung gefunden, dass Skepsis gegenüber fremden Ärzten durchaus angebracht ist. Ich habe eben über die drei mir verordneten Medikamente im Internet recherchiert und dabei festgestellt, dass der Wirkstoff „Clobutinol“ des einen Medikaments seit 2008 in der EU nicht mehr zugelassen ist, nachdem es 45 Jahre bereits auf dem Markt war. Der Grund, es können lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen auftreten. Gestern schon zweimal eingenommen und heute zweimal. Weg mit dem Medikament! Und dabei hatte ich gestern schon ein komisches Gefühl als ich das Wort „Antitusivo“ auf dem Beipackzettel als „hustenstillend“ übersetzt habe. Schleimabhusten kann doch nur förderlich sein und ich leide schließlich nicht unter Reizhusten.

Freitag, 20.5.16
Ich habe mich heute entschieden, morgen ein Stück weiter in den Norden zu reisen. Ich bin zwar längst noch nicht gesund, aber zwei Gründe sprechen dafür: Erstens beginnt am 29.5.16 in Arequipa (Peru) meine dreiwöchige Peru-Sprachrundreise, die ich vor ca. drei Wochen von Santiago aus gebucht habe. Und wenn ich den Beginn nicht verpassen will, muss ich mich auf den Weg machen. Zweitens habe ich in der Wettervorhersage recherchiert, dass es Richtung Norden wärmer ist. Ich werde nur langsam weiterreisen und in den nächsten Orten auch das Bett hüten.
Um wenigstens etwas von La Serena gesehen zu haben, habe ich heute Nachmittag nach dem Essen einen Spaziergang durch La Serena gemacht. Mein Hotel „Fuente del Mar“ in der Straße „Vicuna“ liegt schon mal sehr zentral. Ich bin einige Straßen im Zentrum entlangspaziert, um den Plaza de Armas, an einigen alten Kirchen vorbei, die drei größten Kirchen heißen wirklich überall gleich, Catedral, Iglesia San Francisco und Iglesia Santo Domingo. Hier in Chile sind die Kirchen aber stets verschlossen, ich bin in keine reingekommen. La Serena hat auch einige Museen zu bieten: Museo Arquelologico, Museo Colonial, Museo al Aire Libre und Museo Mineralogico. Ich habe den Parque Pedro de Valdivia und den Jardin Japones gestreift und stand dann an der Avenida Francisco de Aguirre, die direkt zum Meer führt. Ich habe ein Collectivo-Taxi angehalten, das sind hier die günstigen Sammeltaxis, und bin ans Meer zum Faro Monumental gefahren, eine alte Festung. Eine halbe Stunde habe ich mich dort aufgehalten, bin noch etwas am Strand spazieren gegangen. Man hat dort einen schönen Blick auf die Nachbarstadt Coquimbo und ihren Cerro (Berg), auf dem ein Riesenkreuz steht. Ansonsten ist der Strand nicht so idyllisch. Dunkler Sand und eher hässliche Ferienapartments. Als ich zurück wollte, konnte ich wieder ein Collectivo-Taxi anhalten. Man fährt zusammen mit anderen Fahrgästen und eine Fahrt kostet umgerechnet nur einen Euro. La Serena ist eigentlich eine ganz hübsche Stadt. Total anders als Santiago. Kolonialbauten, große und kleine, die einstöckigen farbenfrohen Kolonialhäuser säumen ganze Straßenzüge. La Serena ist die zweitälteste Stadt Chiles, die älteste ist Valparaiso. Zurück im Hotel, lege ich mich gleich wieder ins Bett, ein wenig bereue ich meinen kleinen Ausflug, hoffentlich habe ich mir nicht zuviel zugemutet, nach dem Essen war ich zweieinhalb Stunden unterwegs.
Sechs Tage war ich in La Serena, wegen meiner Krankheit konnte ich jetzt keinen Ausflug ins Valle del Equi machen. Das soll fantastisch sein. Die Orte Vicuna und Pisco Elqui mit ihren zahlreichen Observatorien. Wegen der besonderen Lage soll der Sternenhimmel besonders schön sein. Es gibt Tagesausflüge, es gibt Abend-/Nachtausflüge und kombinierte Tages- und Abendausflüge ins Valle del Elqui. Sollte ich irgendwann noch einmal nach Chile und La Serena kommen, werde ich ganz bestimmt ins Valle del Equi reisen.

Samstag, 21.5.16
Gestern habe ich mir ein Busticket von La Serena nach Chanaral gekauft. Sitzplatz 16. Im Doppeldeckerbus sollte das eigentlich oben in der ersten Reihe sein. Nur leider ist der Bus heute kein Doppeldeckerbus und ich habe einen normalen Sitzplatz am Fenster. Auch gut. Um 8.45 Uhr Abfahrt. Der Bus ist diesmal voll. Die Busfahrt ist genial. Das heißt, das was ich draußen gesehen habe! Gleich hinter La Serena fing sie an, die Wüste, die Atacama Wüste! Gleich hinter La Serena ging´s los, trockenes dunkles Gestein, auf dem kaum etwas wächst. Bei La Higuera geht es ins Landesinnere und richtig bergauf! In weitläufigen Serpentinen geht es über die Berge in ein Plateau, eine Hochebene, zwischen zwei Bergketten. Ich habe ordentlich zu kämpfen mit dem Druckausgleich in meinen Ohren. Und obwohl schon alles trocken war, wurde es noch trockener. Das Landschaftsbild wechselt von der Gesteinswüste zur Sandwüste. Links und rechts nur staubiger trockener mitteldunkler Sand soweit das Auge reicht. Und in einiger Entfernung die Bergketten. Die Straße verläuft wieder flach. Der Bus hält im Ort Vallenar. Ich frage mich, wie man hier mitten in der Wüste leben kann. Der nächste Ort mitten in der Wüste ist Copiapo. Menschen steigen aus und ein. Von Copiapo fährt der Bus westwärts Richtung Meer. Ich sitze auf der rechten Seite, es ist nachmittags und ich wundere mich, warum die Sonne von Norden in den Bus scheint. Für ein paar Sekunden verstehe ich die Welt nicht mehr. Mein GPS zeigt, wir fahren nach Westen, warum scheint denn bloß die Sonne von Norden? Ach ja, ich bin ja auf der Südhalbkugel! Da bin ich seit neun Monaten auf der Südhalbkugel unterwegs und jetzt fällt mir das erst auf!
Der Bus nähert sich bei Bahia Inglesa wieder der Küste und wir sind wieder auf Meeresspiegelhöhe. Ich habe mir in der Schule sagen lassen, dass Bahia Inglesa ganz schön sein soll. Auch hier steigen ein paar Leute aus. Von Bahia Inglesa bis Chanaral verläuft die Straße entlang der Küste. Die trockene Wüste geht bis ans Meer! Nichts als Geröllstein. Zwischen den Geröllstein ein paar vertrocknete Pflanzenfladen. Zwischendurch erscheint das Dorf Puerto Flamenco direkt an der Küste, Umgebung nur Sand, die rechtwinkligen Straßenzüge ohne Hindernisse erkennbar, ein Dorf ohne Baum. Kurz vor Chanaral gehen die Berge bis ans Meer. Das letzte Stück bis Chanaral geht durch einen Tunnel. Dann Licht am anderen Ende des Tunnels. Ankunft Chanaral 16.00 Uhr.
Der Ort ist klein und der Weg vom Busterminal bis zum Hotel nicht weit. Der Ort ist ein Dorf. Im Grunde ein Kaff. Ich bin sehr positiv überrascht. Das Hotel Aqualuna ist sehr schön, sehr gepflegt, sehr ansprechend. Ich frage die Rezeptionistin, wo ich hier was Essen könnte. Sie empfiehlt mir „Donde Alicia“ um die Ecke. Die Gaststätte ist familiär. Ich esse Fisch mit Reis und Kartoffelsalat. Anschließend gehe ich zurück ins Hotel, freue mich über mein schönes Zimmer und lege mich zur Ruh. Hier habe ich vorerst für zwei Nächte gebucht.

Sonntag, 22.5.16
Frühstück, Bettruhe, Mittagessen im Casa Blanca, Rückweg über Plaza de Armas, zurück ins Hotel und Bettruhe. Ich habe zwar seit Donnerstag kein Fieber mehr, bin aber noch krank und huste immer noch sehr stark. Weil mir das Hotel und mein Zimmer so gut gefallen, habe ich um eine dritte Nacht verlängert. Der Ort hat sonst wirklich nichts zu bieten, außer dass man ein wirkliches chilenisches Kaff kennenlernt. Aber das ist ja dann auch ein schöner Kontrast zu Santiago und La Serena. Hier ist kein Tourismus, obwohl der angrenzende Nationalpark „Pan de Azucar“ soll sehr schön sein. Chanaral liegt direkt am Pazifik, am Fuße der Berge bzw. am Berghang. Gleich hinterm Dorf geht es steil die Berge hoch.

Montag, 23.5.16
Frühstück. Bettruhe. Gang durchs Dorf um ein Busticket für morgen zu kaufen und um bei „Donde Alicia“ Mittag zu essen und um ein paar Fotos vom Dorf zu machen. Heute haben ein paar Lädchen geöffnet. Viele Häuser sehen marode aus. Und zurück ins Hotel. Bettruhe. Morgen habe ich eine lange Fahrt vor mir. Nach San Pedro de Atacama. Ich habe mir heute für vorerst zwei Nächte eine Unterkunft in San Pedro de Atacama gebucht. Und auf Colins Anraten, mit dem ich seit Neuseeland in E-Mail-Kontakt bin, drauf geachtet, dass die Unterkunft eine Heizung hat. Nachts soll es dort empfindlich kalt werden.

Kurzfassung 24.5. – 30.5.16
Di, 24.5.16 Busfahrt von Chanaral nach San Pedro de Atacama. Wieder Platz Nummer 13 oben vorne im Doppeldeckerbus!
Mi, 25.5.16 Nachmittagstour: Mirador Piedra del Cojote, Valle de la Luna, Tres Marias und Sonnenuntergang im Valle de la Muerte. Atacama-Wüste pur!!!

Atacama Wüste, Valle de la Muerte, Sonnenuntergang, 25.5.16
Atacama Wüste, Valle de la Muerte, Sonnenuntergang, 25.5.16

Do, 26.5.16 Ganztagesausflug: Lagunas Altiplanicas (Lagunas Miscanti y Miniques), die Dörfer Toconao und Socaire, Piedras Rojas de Hierro, Salar de Atacama, Laguna de Chaxa mit Flamingos. Highlight Atacama-Wüste!!!

Atacama, Lagunas Altiplanicas, Laguna Miniques. Felipe (Brasilien), Luca (Italien), ich (Deutschland), Alex (USA), Lilly (Frankreich), Frau von Felipe (Brasilien). 26.5.16
Atacama, Lagunas Altiplanicas, Laguna Miniques. Felipe (Brasilien), Luca (Italien), ich (Deutschland), Alex (USA), Lilly (Frankreich), Frau von Felipe (Brasilien). 26.5.16

Fr, 27.5.16 Vormittagstour: Rio Grande, Valle del Arcoiris (Rainbow Valley) und Petroglifos. Atacama-Wüste pur!!!
Nachmittags Busfahrt nach Calama, Sitzplatz Nummer 15 vorne oben im Doppeldeckerbus. Übernachtung in Calama.

Sa, 28.5.16 Busfahrt von Calama nach Arica für 8500 Chilenische Pesos. 12,5 Stunden! Sitzplatz vorne oben im Doppeldeckerbus! Ich bin abends sowas von erledigt! Eigentlich wollte/müsste ich am nächsten Tag weiterreisen nach Arequipa (Peru). Das schaffe ich nach diesen heutigen langen Tag im Bus nicht. Ich werde eine zweite Nacht in Arica bleiben.

So, 29.5.16 Arica. Nördlichste Stadt Chiles besichtigt.
Nach zwei Wochen ist meine Gesundheit nun fast wieder hergestellt.

Mein Plan für Morgen, Montag den 30.5.16, ist folgender: Ich werde zunächst von Arica über die Grenze nach Peru in die nächst gelegene peruanische Stadt Tackna fahren. Entweder mit Bus oder mit einem Collectivo-Taxi. Von Tackna aus soll man dann mit einem Bus nach Arequipa kommen.

 

Santiago

Santiago
Heute ist Sonntag, der 1.5.2016. Am Sonntag vor zwei Wochen am 17.4.16 abends um 22.00 Uhr bin ich in Santiago de Chile gelandet. Heute mache ich nichts Besonderes. Ein Ruhetag. Ausgeschlafen, den Laptop eingeschaltet, die Fotos der vergangenen zwei Wochen von der „SDcard“ auf die Externe Festplatte kopiert und angesehen.

Eine meiner besten Übungen, Zurückversetzen in die vergangenen Tage, zurück zum Sonntag, den 17.4.16. ……
Fünf Stunden hat der Flug von der Osterinsel nach Santiago gedauert, die Zeitverschiebung nur zwei Stunden. Im Vergleich zu Deutschland liege ich jetzt nur noch fünf Stunden hinter der Sommerzeit in Deutschland. Ich komme Deutschland also wieder näher. Wie es bei Flügen so üblich ist, dauert es ewig bis ich aus dem Flugzeug herauskomme. Und ich sitze ganz hinten, Fensterplatz! … Heute gar keine Passkontrolle? Ach ja, ich bin ja auf der Osterinsel schon in Chile eingereist. Koffer aufgelesen und dann suche ich den TRANSVIP-Counter im Flughafen. …..

Meinen Start in Chile habe ich nebenbei in Neuseeland geplant, die erste Mail bezüglich einer Spanisch-Sprachschule habe ich am 13.3.16 von Wanaka aus an mein Hamburger STA-Reisebüro verschickt. Die Santiago-Sprachreiseseite aus dem STA-Katalog habe ich vor meiner Reise eingescannt, um es von unterwegs aus zu organisieren. … Die Antwort, der vierwöchige Sprachkurs mit Gastfamilie soll jetzt 400,- Euro teurer sein als im Jahr zuvor. Ich buche vorerst nicht und suche nach anderen Optionen. Mir fällt der Veranstalter „Lernen und Helfen“ ein, mit dem ich vor acht Jahren mit Guatemala meine beste Reise bis dato vor meinem Sabbatjahr gemacht habe. Nehme Kontakt auf. Die Antwort, sie bieten keine Sprachreisen in Chile an. Suche im Internet nach Spanisch-Sprachschulen in Santiago. Es gibt um die fünf. Frage bei meinem Hamburger Reisebüro an, wie denn die Sprachschule in Santiago heißt. Sie wüssten es nicht. Oder wollen es mir nicht sagen. Der Veranstalter der Spanisch-Sprachreise ist ein Schweizer Unternehmen, globy-study. Auch auf deren Internetseite kosten vier Wochen das Gleiche, was das STA-Reisebüro mir erzählt. Aber, ich sehe ein Bild der Schule! Dieses Bild finde ich bei einer der fünf Sprachschulen Santiagos im Internet wieder, bei Ecela. Eine amerikanische Firma mit Sitz in Florida, die weitere Sprachschulen in Argentinien und Peru betreibt. Die Bewertungen im Internet sind sehr gut und als ich die amerikanische Telefonnummer wähle, habe ich sofort einen Ansprechpartner für meine Fragen. Im Preisvergleich ist es 200,- Euro günstiger direkt bei Ecela zu buchen, was ich dann am 24.3.16 von Wellington aus getan habe. Auch habe ich einen Transfer zu meiner Gastfamilie dazu gebucht, für 25 US$ und meine Ankunftszeit mit Flugnummer mitgeteilt. Leider erlebe ich Sonntagnacht am 17.4.16 nicht wirklich einen Transfer. Unter Transfer verstehe ich, dass jemand mit Schild, entweder mit Namen der Schule oder mit meinem Namen, dasteht und mich abholt. Laut Email der Schule soll ich den TRANSVIP-Counter im Flughafen aufsuchen und denen meine Reservierungsnummer mitteilen. Ich frage das Flugpersonal und finde den Counter. Stelle mich in der Schlange hinten an. Ich bin an der Reihe, kann kein Spanisch mehr und hier spricht keiner Englisch. Genau dies war der Grund, weshalb ich einen Transfer gebucht habe. Und zwar einen, was man normalerweise darunter versteht. Die Angestellte weißt mit ihrer Hand Richtung Ausgang und eher links herum. Dann spricht mich eine Frau an, natürlich in Spanisch, die muss wohl in der Schlange hinter mir gestanden haben und ich entnehme dem, sie fährt auch mit TRANSVIP und lass mich von ihr mitziehen. Sie läuft allerdings draußen rechts rum. Ich wechsele nur die Hand, mit der ich meinen Koffer ziehe, und sie ist weg. Ich frage nach TRANSVIP und jemand schickt mich durch eine andere Tür wieder rein in den Flughafen. Dort ist wieder ein TRANSVIP-Schalter und ich stelle mich wieder an. Mit meinen Tablet zeige ich die Mail meiner Reservierungsnummer und den Ausschnitt, in dem die Adresse meiner Gastfamilie steht. Jetzt bekomme ich ein Ticket ausgedruckt und soll 7000,- Chilenische Pesos bezahlen. Irgendwie schaffe ich es, dem Angestellten klarzumachen, dass ich nichts bezahlen muss, dass das eine Reservierung der Schule sei. Er guckt in seinen Computer und es ist okay. Und ich bin ärgerlich auf die Schule, 7000,- Pesos ist nicht mal die Hälfte von 25 US$. Und was ich hier mache, ist selbstorganisiert, kein Transfer. Jenen Hinweis mit dem TRANSVIP-Counter würde ich als Gratis-Service der Schule erwarten. Wie die anderen Fahrgäste auch, gehe ich mit dem Ticket hinaus und warte bis ich in einen kleinen Minibus als Letzte eingewiesen werde, Sitzplatz vorne. Fahrt durch die Nacht, durchs dunkle Santiago. Gut ausgebaute Stadtautobahn, moderne Hochhäuser, vorbei am Zentrum, ich kann ein paar prächtige Kolonialbauten erspähen, dann schlichtere Kolonialbauten, hier steigen zwei andere Fahrgäste aus, dann Plattenbausiedlung und der Fahrer sucht nach meiner Adresse. Ich kann ihm nicht helfen. Hoffe nur, dass er mich nicht einfach vor einer Hausnummer hier nachts auslädt. Er hat Schwierigkeiten, die Hausnummer zu finden. Ich zeige ihm die Telefonnummer der Gastfamilie auf meinem Tablet. Er ruft dort an. Dann findet er die Hausnummer und die Gastdame Sonia kommt zum Tor und holt mich dort ab. Inzwischen ist es 23.30 Uhr. Sonia´s Wohnung liegt im 10. Stock. Innerhalb ihrer Wohnung geht es nocheinmal eine Treppe hoch zu meinem Zimmer. Sie zeigt mir Zimmer und Bad. Die Verständigung läuft mit Hilfe von google translate. Die Dame ist 79 Jahre alt und wohnt allein in ihrer Wohnung. Als ich in meiner müden Verfassung mitteile, dass ich ja manana a las 8.00 en la escuela sein muss, gibt sie mir zu verstehen, dass morgen keine Schule sei. Es sei heute mucha Lluvia (Regen) gewesen und die Schule hätte einen Wasserschaden. Ich bring meine Erleichterung, morgen nicht früh aufstehen zu müssen zum Ausdruck. Im Bett war ich wohl gegen 0.30 Uhr. Es ist kalt in Santiago und es ist kalt in meinem Zimmer. Eine Heizung gibt es hier nicht. Während der Nacht wäre ich einmal fast aus dem Bett gefallen. Das Bett ist schmal und steht nur mit dem Kopfende an der Wand. Ich verstehe nicht, wie man so ein Bett mitten in den Raum stellen kann. Nehme mir vor, es am nächsten Tag, der Länge nach an die Wand zu stellen. Bin mitten im Tiefschlaf und höre was klopfen, es klopft wieder, an der Tür. „Si!“ Sonia kommt herein, faselt was von desayuno (Frühstück). Schläfrig sage ich „no desayuno, dormir“ (schlafen). Sie wiederholt „… desayuno …“, macht das Licht an und kommt weiter ins Zimmer herein. Ich frage „Que hora es? (Was ist die Uhr?). „A las ocho.“ (Es ist acht Uhr). Ich: „Desayuno mas tarde a las nueve o diez.“ (Frühstück später um 9 oder 10). „Yo dormir.“ (Ich schlafen. (Infinitiv, Grammatik, habe ich alles vergessen)). Die Frau ist nicht aus meinem Zimmer verschwunden. Nein, sie wartet bis ich aus dem Bett komme. Draußen höre ich es regnen. Ich wieder mit Gestik und Körpersprache: „Hoy no escuela, ayer tarde en la noche, lluvia, yo quiero dormir.“ (= Heute keine Schule, gestern spät in der Nacht, Regen, ich möchte schlafen.) Dann redet sie was von, dass das nicht ginge wegen … comprar comida. Ich denke, wenn sie Essen vorbereiten will, kann sie das ja gerne tun. Mir war zu dem Zeitpunkt noch nicht klar, dass „comprar“ kaufen heißt und nicht vorbereiten. Ich habe im Moment gar keinen Appetit auf Frühstück, bin hundemüde und gehe in mein Bett zurück. Sie geht wieder raus. Ich gucke auf die Uhr, es ist erst 7.45 Uhr. Unglaublich! Zumal sie eigentlich annehmen muss, dass ich einen mindestens 12 stündigen Flug von Deutschland hinter mir habe. Ich habe ihr nicht erzählt, dass ich nur von der Osterinsel gekommen bin. Jeder andere wäre sofort wieder aus dem Zimmer verschwunden, wenn er überhaupt um die Uhrzeit geklopft hätte. Nach diesem aufwühlenden Erlebnis schlafe ich nicht wieder ein, döse bis 9.15 Uhr und stehe auf. Das Bad ist irgendwie typisch für eine alte Dame. Vollgestellt mit lauter Krimskrams. Ich weiß nicht einmal, wo ich meine Kulturtasche abstellen kann. Plüschstoff übern WC-Deckel, Plüschkissen auf einem Stuhl, alles eng, hinterm Duschvorhang in der Badewanne lauter Eimer mit Wasser. Der unbewegliche Duschkopf, welcher nur klein und verkalkt ist, ist noch zur Hälfte mit einem Tapband zugeklebt. Ich drehe die Dusche probeweise auf, kein wirklicher Wasserstrahl, es tröpfelt mit 10 cm Abstand von der Wand herunter. Keine Ahnung, wie ich dort Duschen mit Haarewaschen bewerkstelligen soll. Für heute reicht mir auch Waschen im Waschbecken. In der Wohnung ist niemand, das Frühstück steht unten auf dem Tisch. Ich frühstücke, habe inzwischen gescheckt, dass comprar kaufen heißt, und denke, sie kommt spätestens zum Mittag wieder und vielleicht kriege ich sogar Mittagessen. Gehe zurück in mein Zimmer. Das Internet ist sehr gut, wähle Fotos von der Osterinsel aus und lade diese in meinen Blog. Es ist überall kalt in der Wohnung und eins ist mir klar, ich werde keine vier Wochen in einer kalten Wohnung sitzen, vor allem abends möchte ich nicht zusammengezogen fröstelnd sitzen. Gegen 11.00 Uhr ist Sonia wieder da. Da ich noch keine chilenische SIM-Karte habe, frage ich, ob ich in der Schule anrufen kann. Sie erzählt mir wieder, dass heute keine Schule sei. Ich sage, ich möchte trotzdem in der Schule anrufen. Sie sagt wieder, es ist heute keine Schule und ich bitte sie nocheinmal, mich bitte in der Schule anrufen zu lassen. In der Küche wirtschaftet eine andere Frau, die sie mir nicht vorstellt. Zwar steht unten ein Telefon, aber sie geht mit mir hoch in ihr Schlafzimmer, wo ein weiteres Telefon ist, sucht die Telefonnummer der Schule raus, spricht zunächst mit jemanden und gibt mir dann den Hörer. Am anderen Ende habe ich eine Frau dran, die Astrid heißt, und wir sprechen in Englisch. Sonia sitzt die ganze Zeit daneben, während ich telefoniere. Das kann ich zwar nicht leiden, aber sie versteht ja eh kein Englisch. Ich beschwere mich darüber, dass ich für 1000 US$ nicht vier Wochen in einer kalten Wohnung bleibe und dass mir die Umgebung, was ich aus dem Fenster gesehen habe, nicht gefällt. Astrid antwortet, die Gegend soll hier sicher sein, sie wolle mit Sonia sprechen, dass ich einen Heater in mein Zimmer bekomme. Und wenn ich es möchte, könnte ich natürlich auch die Gastfamilie wechseln. Morgen soll wieder Schule sein. Wegen des starken Regens am Sonntag, gibt es heute kein Fließendwasser in der Schule und sie durften deshalb auch gar nicht die Schule öffnen. Ich verabschiede mich, übergebe den Hörer wieder an Sonia und verlasse das Zimmer. Ich höre Sonia dann immer wieder lachen am Telefon, aber das scheint ihre Art zu sein, Dinge herunterzuspielen, wie ich am Abend noch bemerken werde. Ich bin wieder in meinem Zimmer, Sonia stellt mir einen kleinen elektrischen Heizer hinein und ich arbeite weiter an meinen Osterinsel-Fotos und meinem Blog. 14.00 Uhr, ich werde langsam wieder hungrig, unten klappert etwas. Entweder ich kriege hier jetzt Mittag oder ich muss rausgehen und mir was suchen. Jetzt registriere ich erst, ich habe gar keinen Schlüssel für die Wohnung, sollte ich hinauswollen. Sonia ist gar nicht da, sie hat nichts zu mir gesagt und mir keinen Schlüssel gegeben. Unten in der Küche am Herd ist die andere Frau. Die Verständigung läuft noch schlechter. Ich frage nach Sonia. Sie antwortet, was ich aber nicht verstehe. Sonia kommt wohl irgendwann wieder. Ich versuche der Frau zu erklären, dass ich Hunger habe, jetzt rausmüsse, aber keinen Schlüssel habe. Sie kann mir nicht helfen. Ich gehe wieder hoch. Inzwischen geht das Fließendwasser im Bad auch nicht mehr. Schreibe an die Schule, dass ich die Familie wechseln möchte. Fluche einmal vor mich her. Die andere Dame kommt hoch, bittet mich runter, zeigt mir Reis und einen Linsenmus im Kochtopf und füllt mir ein wenig Essen auf. Der größte Hunger ist gesättigt. Ich versuche es noch einmal wegen dem Schlüssel. Sie macht mir jetzt klar, dass sie mir ihre Schlüssel geben würde, aber wohlgemerkt, es sind ihre. In dem Moment kommt Sonia wieder und ich bekomme endlich Schlüssel. Erstmal raus aus der Wohnung. Und draußen sehe ich wieder, wie hässlich diese Wohngegend ist. Plattenbauten, furchtbarer als was ich vor 10 Jahren im tiefsten Polen gesehen habe!
Zunächst gehe ich einmal den Weg zur Sprachschule ab. Es ist nicht weit, ca. 10 Minuten. Auf dem Weg dorthin, sieht die Gegend schon besser aus. Schule und Unterkunft liegen im Stadtteil Providencia. Da ich von dem Reis und Linsenmus nicht wirklich satt geworden bin, will ich mir was zum Essen suchen. Und frage zwei Passanten nach dem Zentrum von Providencia. Leider sagt mir keine der Gastronomiestätten zu und ich drehe nocheinmal die halbe Runde von Unterkunft Richtung Schule. Auf dem Weg hatte ich zuvor einen Pizzabäcker gesehen und die Pizzen auf den Tellern der Gäste sahen gut aus. Der Pizzabäcker ist gut, er ist sehr nett, der Teig ist dünn, der Belag ist gut, es geht schnell, schmeckt und ist günstig. Danach mache ich mich auf, die Hauptgeschäftstraße von Providencia zu erkunden. Ich laufe die Straße Nueva Providencia bis zur Kreuzung Los Leones und zurück die Straße Providencia bis Manuel Montt. Drehe wieder um und biege an der Ecke mit den mächtig hässlichen Hochhäusern in die Carlos Antunez ein, die Straße, in der ich wohne. Mein erster Spaziergang durch Santiago! Was ich unterwegs gesehen habe, war schon unglaublich! Ich habe das Ausmaß des Regens in den Straßen Providencia, Nueva Providencia und den Seitenstraßen gesehen. Die Straßen stehen voller Wasser. Wasser, das nicht abläuft. Mit großen Schläuchen und Abpumpwagen versuchen die Menschen die Straßen zu reinigen. Selbst wenn das Wasser abgepumpt ist, bleibt Matsch und Schlamm auf den Straßen zurück. Auch die Bürgersteige sind z.T. voller Schlamm und dreckig. Die Leute tragen Gummistiefel. Sandsäcke und Holzbretter dienen als Brücken und liegen in den Seitenstraßen, damit die Passanten trockenen Fußes auf die andere Straßenseite gelangen. Die Menschen sind mit Schaufeln und Eimern dabei, die Straßen vom Schlamm und Wasser zu befreien.
Ich komme wieder in meinem hässlichen Block an. Unten in der Eingangshalle ist ein Pförtnerhäuschen. Hier kommt so leicht doch nicht jeder rein. Die Dame will wissen, wo ich denn hinwill. Gebe ihr Antwort und frage wegen dem Fließendwasser. In dieser ganzen Gegend soll es kein Fließendwasser geben. Wann es wieder Wasser gibt, ist noch ungewiss. Selbst wenn das Wasser wieder fließt, würde es in diesen Blöcken nocheinmal länger dauern bis der Wassertank aufgefüllt sei. Ich stell meine Einkaufstüten bei der Dame am Empfang ab und eile nocheinmal los, einen Wasservorrat einzukaufen. Mein Abendessen, das mir Sonia an diesem Abend auftischt, ist nicht besonders gut. Ein Glück, dass ich die Pizza gegessen habe. Das war Montag, der 18.4.16.

Wenn ich so weiterschreibe, werde ich noch lange brauchen bis alles niedergeschrieben ist. Schnelldurchlauf:
Am nächsten Tag konnte ich schon meine Familie wechseln. Ich wohne jetzt im Stadtteil Las Condes, in der Nähe der Metro-Station „El Golf“. Ein deutlich besseres Viertel, allerdings muss ich jetzt vier Stationen mit der Metro zur Schule fahren. Ich wohne bei Cecilia, auch schon eine etwas ältere Dame, und ihren erwachsenen Sohn Gonzalo. Das Haus hat eine Heizung und in meinem Zimmer habe ich einen Gasofen. Mein Zimmer ist zwar sehr klein, ehrlich gesagt kann ich mich kaum hierin bewegen. Freie Gehfläche maximal 3 m2. Das Zimmer hat knapp 9 m2. Der Ausblick aus meinem Fenster ist eigentlich gar kein Ausblick. Die Wohnung liegt im Erdgeschoss, rundherum sind moderne Hochbauten und der Blick aus allen Fenstern dieser Wohnung ist auf die umgrenzende Mauer. Okay vor meinem Fenster sind noch ein paar Pflanzen. Aber ich will mich nicht beschweren. Ich habe es warm! Cecilia hat mir sogar eine beheizbare Decke zwischen Matratze und Bettlaken gelegt, sie kocht gut und ich habe sogar mein eigenes Bad. Und Cecilia und Gonzalo sind total nett.

Die Schule ist gut, maximal vier Schüler pro Klasse! Die Lehrer sind gut. Astrid, die Direktorin kümmert sich um Jeden. Sie ist immer ansprechbar und in allen Pausen, vor und nach der Schule zugegen. Nachmittags werden gemeinsame City-Touren, Museumsbesuche, Mercado-Besuche oder z.B. eine Wanderung auf den Cerro San Cristobal angeboten. Am Wochenende Ausflüge.
Aber ich tue mich mit dem Spanischlernen schwer. Ich glaube aber auch, ich habe mich anfangs etwas dagegen gesperrt. Nach acht Monaten Reisen bin ich so gut in Englisch geworden und ich habe Angst, dass durch das Spanischlernen nun Englisch wieder aus meinen Kopf fällt. Außerdem vermische ich jetzt häufig Englisch und Spanisch.

Soweit erstmal. Fortsetzung und Fotos folgen

Mein Schlafgemach für 4 Wochen in Santiago
Mein Schlafgemach für 4 Wochen in Santiago
Mein Zimmer in Santiago, miniklein
Mein Zimmer in Santiago, miniklein
Mein Zimmer (der Krimskram im oberen Schrankregal ist nicht meins)
Mein Zimmer (der Krimskram im oberen Schrankregal ist nicht meins)
Tageszeitung am 19.4.16 Der erste Präsident nach der Diktatur ist gestorben.
Tageszeitung am 19.4.16
Der erste Präsident nach der Diktatur ist gestorben.
Santiago City-Tour, Gruppe vor dem Palacio La Moneda, 19.4.16 Nationalitäten: Australien, Puerto Rico, Brasilien, Deutschland und 6x USA
Santiago City-Tour, Gruppe vor dem Palacio La Moneda, 19.4.16
Nationalitäten: Australien, Puerto Rico, Brasilien, Deutschland und 6x USA
Kneipe im Barrio Quinta Normal, Santiago, 21.4.16
Kneipe im Barrio Quinta Normal, Santiago, 21.4.16
Kneipe im Barrio Quinta Normal, Santiago, 21.4.16
Kneipe im Barrio Quinta Normal, Santiago, 21.4.16
Folkloreabend im Barrio Quinta Normal, Santiago, vorne Astrid, die Direktorin und Emily, eine Sekretärin, 27.4.16
Folkloreabend im Barrio Quinta Normal, Santiago, vorne Astrid, die Direktorin und Emily, eine Sekretärin, 27.4.16
Costanera Center, das höchste Gebäude Südamerikas, 300 m über der Stadt Santiago, 25.4.16
Costanera Center, das höchste Gebäude Südamerikas, 300 m über der Stadt Santiago, 25.4.16
Santiago vom Costanera Center (300 m) aus, 25.4.16
Santiago vom Costanera Center (300 m) aus, 25.4.16
Santiago, 25.4.16
Santiago, 25.4.16
Santiago vom Castanero Center, 25.4.16
Santiago vom Castanero Center, 25.4.16
Santiago
Santiago
Santiago
Santiago
Santiago
Santiago
Santiago
Santiago
Sonntagsausflug nach Isla Negra an der Pazifikküste, 24.4.16
Sonntagsausflug nach Isla Negra an der Pazifikküste, 24.4.16
Samstagsausflug nach Vina del Mar an der Pazifikküste, 30.4.16
Samstagsausflug nach Vina del Mar an der Pazifikküste, 30.4.16

 

 

 

Osterinsel

Am Dienstagabend den 12.4.16 um 21.40 Uhr bin ich in Papeete/Tahiti abgeflogen. Nach einem fünfstündigen Flug bin ich am Mittwoch den 13.4.16 morgens um 8.00 Uhr auf der Osterinsel angekommen.

Hier schon mal einige Fotoimpressionen von der Osterinsel oder Rapa Nui, wie die Insel hier genannt wird. Die Berichte folgen.

Vaihu, umgestoßene Statuen, 14.4.16
Vaihu, umgestoßene Statuen, 14.4.16
Vaihu, umgeworfenen Moai, 14.4.16
Vaihu, umgeworfene Moai, 14.4.16
Akahanga, umgeworfene Statuen, 14.4.16
Akahanga, umgeworfene Statuen, 14.4.16
Rano Raraku, 14.4.16
Rano Raraku, Steinbruch, 14.4.16
Rano Raraku, Steinbruch, 14.4.16
Rano Raraku, Steinbruch, 14.4.16
Rano Raraku, Steinbruch, 14.4.16
Rano Raraku, Steinbruch, 14.4.16
in der Ferne in der Bucht Tongariki, von Rano Raraku aus fotografiert, 14.4.16
In der Ferne in der Bucht liegt Tongariki, von Rano Raraku aus fotografiert, 14.4.16
Tongariki,14.4.16
Tongariki,14.4.16
Tongariki, 15 wiederaufgestellte Moai, 14.4.16
Tongariki, 15 wiederaufgestellte Moai, 14.4.16
Tongariki, die 15 Statuen von hinten, 14.4.16
Tongariki, die 15 Statuen von hinten, 14.4.16
Tongariki, 15 restaurierte Moai, 14.4.16
Tongariki, 15 restaurierte Moai, 14.4.16
Tongarihi, Nahaufnahme, 14.4.16
Tongarihi, Nahaufnahme, 14.4.16
Tongariki, 7 der 15 Moai, 14.4.16
Tongariki, 7 der 15 Moai, 14.4.16
Ahu Akivi, 7 wiederaufgestellte Moai, 15.4.16
Ahu Akivi, 7 wiederaufgestellte Moai, 15.4.16
Ahu Akivi, 15.4.16
Ahu Akivi, 15.4.16
Ahu Akivi, 7 wiederaufgestellte Statuen, 15.4.16
Ahu Akivi, 7 wiederaufgestellte Statuen, 15.4.16
Tahai, wiederaufgestellte Moai, 15.4.16
Tahai, wiederaufgestellte Moai, 15.4.16
Tahai, ich war da! 15.4.16
Tahai, ich war da! 15.4.16
Tahai, im Hintergrund das einzige Dorf der Insel Hanga Roa, 15.4.16
Tahai, im Hintergrund das einzige Dorf der Insel Hanga Roa, 15.4.16
Tahai, 15.4.16
Tahai, 15.4.16
Rano Kau, Kratersee mit 1,1 km Durchmesser, 200 m tief, 15.4.16
Rano Kau, Kratersee mit 1,1 km Durchmesser, 200 m tief, 15.4.16
Vinapu, umgestoßene Moai, 15.4.16
Vinapu, umgestoßene Moai, 15.4.16
Vinapu, 15.4.16
Vinapu, 15.4.16
Mein Mietauto auf der Osterinsel am 16.4.16
Mein Mietauto auf der Osterinsel am 16.4.16
Ahu Akiwi, ich war ein zweites Mal da am 16.4.16
Ahu Akiwi, ich war ein zweites Mal da am 16.4.16
Strand Anakena, 16.4.16
Strand Anakena, 16.4.16
Strand Anakena, 16.4.16
Strand Anakena, 16.4.16
Strand Anakena, 16.4.16
Strand Anakena, 16.4.16
Strand Anakena, 16.4.16
Strand Anakena, 16.4.16
Moai am Strand Anaken, 16.4.16
Moai am Strand Anaken, 16.4.16
Statuen am Strand Anakena, 16.4.16
Statuen am Strand Anakena, 16.4.16
7 restaurierte Moai am Strand Anakena, 16.4.16
7 restaurierte Moai am Strand Anakena, 16.4.16
Anakena, 16.4.16
Anakena, 16.4.16
7 wiederaufgestellte Moai und ich am Strand Anakena, 16.4.16
7 wiederaufgestellte Moai und ich am Strand Anakena, 16.4.16
Tongariki. Weil es so schön ist, war ich ein zweites Mal da. 16.4.16
Tongariki. Weil es so schön ist, war ich ein zweites Mal da. 16.4.16
Tongariki. Der imposanteste Moai-Ort. 16.4.16
Tongariki. Der imposanteste Moai-Ort. 16.4.16
Tongariki, abends am 16.4.16
Tongariki, abends am 16.4.16
Tongariki, 16.4.16
Tongariki, 16.4.16
Sonnenaufgang Tongariki, 17.4.16
Ein Must-to-do, Sonnenaufgang Tongariki, 8.12 Uhr, 17.4.16
Sonnenaufgang, Tongariki, 17.4.16
Sonnenaufgang, 8.19 Uhr, Tongariki, 17.4.16
Tongariki, 17.4.16
Tongariki, 8.19 Uhr, 17.4.16
Ein Must-to-do, Sonnenaufgang Tongariki, 17.4.16
Ein Must-to-do, Sonnenaufgang 8.21 Uhr, Tongariki, 17.4.16
Tongariki, morgens 17.4.16
Tongariki, morgens 8.30 Uhr, 17.4.16
Tongariki, morgens 17.4.16
Tongariki, morgens 8.41 Uhr, 17.4.16
Tongariki, morgens 17.4.16
Tongariki, morgens 8.42 Uhr, 17.4.16
Tongariki, 9.00 Uhr, 17.4.16
Tongariki, 9.00 Uhr, 17.4.16

 

Tahiti und Moorea

Tahiti

Ich bin in Papeete auf Tahiti gelandet. Tahiti-Zeiteisen 30.3.16  21.45 Uhr. Irre, ich habe zuletzt am 30.3.16 um 21.45 Uhr von Auckland, Neuseeland gepostet. In der Zwischenzeit habe ich gepackt, die Nacht zum 31.3.16 geschlafen, zuende gepackt, im Hotel ausgecheckt, gefrühstückt, bin fast eine Stunde zum Flughafen gefahren, habe vier Stunden auf dem Flughafen Auckland verbracht, bin fünf Stunden von Auckland nach Tahiti geflogen. Zusammengerechnet sind 23 Stunden vergangen. Ich lande in Tahiti und es ist wieder der 30.3.16 21.45 Uhr! Tahiti liegt im Moment 23 Stunden hinter der Zeit von Neuseeland. Demnächst stellt Neuseeland die Uhr von Sommerzeit auf Winterzeit um. Dann wären es nur noch 22 Stunden. Das nächst Interessante ist, auf Tahiti liege ich jetzt genau 12 Stunden hinter der Zeit von Deutschland (Sommerzeit wohlgemerkt). Mit meiner Reise um die Welt bin ich jetzt dennoch schon ein Stückchen auf dem Rückweg. Warum? Die Sommerzeit ist schließlich nicht Deutschlands Normal-Uhrzeit. Nach Normal-Uhrzeit liegt Tahiti 11 Stunden hinter der Zeit von Deutschland. Tahiti hat keine Zeitumstellung zwischen Sommer- und Winterzeit. Konnt jeder mir folgen?

Auf Tahiti zu landen, ist echt ein Highlight für mich. Mitten im Pazifischen Ozean!

Und ich wurde abgeholt vom Flughafen. Von Laurence. Ich habe mir für die ersten fünf Tage über Airbnb eine Unterkunft gebucht. Und die Gastgeberin Laurence hat mich vom Flughafen abgeholt. Sie hat mich gleich vom Foto her erkannt, ist auf mich zugekommen und hat mir eine Blumenkette um den Hals gelegt. Die Unterkunft ist ein kleines Gästehaus, sehr hübsch und farbenfroh, und mit WiFi/Internet! Und das nächst Gute, ich brauche mir keinen neuen Adapter kaufen. Die deutschen Stecker passen in die Steckdose! Es ist inzwischen schon weit nach Mitternacht, Gute Nacht.

Donnerstag der 31.3.16 läuft zum zweiten Mal für mich ab, nur an einem anderen Ort auf der Welt. Ärgerlich, den Tag, den ich mehr habe, habe ich halb verschlafen. Meine Unterkunft ist nicht weit vom Zentrum Papeete entfernt und ich mache mich mittags auf den Weg ins Zentrum von Papeete. Hungrig bin ich und kehre in einer Brasserie ein. Speisekarte in Französisch. Im Gegensatz zu meinen letzten Monaten esse ich heute etwas völlig anderes: Camembert mit Kartoffeln, Schinken und Baguette. Anschließend suche ich die Touristeninformation auf. Dort bekomme ich Stadtplan, Inselkarte und die Antwort auf meine Frage hinsichtlich eines öffentlichen Busses auf der Insel. Den Bus kann man vergessen. Es fährt zwar ein Bus, es gibt aber keinen Fahrplan. Die Busfahrer fahren, wie ihnen zumute ist. Ich würde 30 oder sogar 60 Minuten an den Busstopps stehen und keiner weiß, wann der nächste Bus kommt. In solch einem Fall müsste man sich dreimal überlegen, überhaupt irgendwo aus dem Bus auszusteigen, bloß dann, kann man sich nichts ansehen. Einzige Alternative ist ein Auto zu mieten. Ich verlasse die Touristeninformation mit dem günstigsten Autovermieter-Flyer. Bummele noch ein wenig durch die Stadt und weiß eigentlich, ich möchte für morgen ein Auto haben. Sollen die in der Touristeninformation doch für mich dort anrufen. Kehre wieder um. Sie stellen mir ihr Telefon zur Verfügung. Das günstigste Auto für 4200 F (35 Euro) steht die nächsten Tage nicht zur Verfügung. Ich könne ein Automatic Fiat Punto für 9000 F (75 Euro) mieten. Das müsse ich mir noch mal überlegen. Ich bekomme einen zweiten Flyer von der Avis-Autovermietung. Diese liegt nicht weit entfernt und ich gehe dort hin. Das günstigste Auto kostet 10900 F pro Tag, zwei Tage 18530 F. Das ist nicht wirklich besser und ich verlasse den Laden auch mit einem „… think about it …“. Ich gehe zurück zu meiner Unterkunft. Dann denke ich wieder, nützt ja nichts, ich will schließlich was sehen. Suche Laurence auf, um sie zu fragen, ob sie bei der ersten Autovermietung anrufen könnte, und ob sie auch fragen könnte, ob die das Auto vorbei bringen können. Was für eine gute Idee Laurence zu fragen! Sie und ihr Mann Luc bieten zwei Autos für die Gäste an. Einen alten Jeep, der innen nicht mehr schön ist, für 3800 F und ein anderes Auto für 4800 F, nur hat sie von diesen die Autoschlüssel verlegt. Ich finde den weißen Suzuki Jeep super und miete ihn für zwei Tage!

Freitag, 1.4.2016
Heute bin ich mit dem Jeep einmal um die Insel gefahren. Tahiti hat die Form wie eine nach rechts umgekippte 8, wobei der nach unten gekippte obere Kreis der 8 deutlich kleiner ist. Der große Teil von Tahiti heißt Tahiti nui, der kleinere Teil heißt Tahiti iti. Direkt an der Küste entlang verläuft eine Straße einmal um Tahiti nui, Umfang 120 km. Entlang der Straße sind Kilometersteine aufgestellt. In Papeete bei der Kathedrale ist der Nullpunkt und von dort ausgehend werden in beiden Richtungen die Kilometer gezählt. Entlang beider Küsten, egal ob Ost- oder Westküste, liegt auf Kilometerstand 60 der Ort Taravao, wo es an zwei Stellen nach Tahiti iti rübergeht. Um Tahiti iti führt die Straße nicht ganz herum. An beiden Küstenlinien ist die Straße nur 20 km lang. Auf Tahiti iti muss man also auf derselben Straße zurückfahren. Um Tahiti iti kommt man also an jeder Küste nur gut zur Hälfte herum.
Ich bin von Papeete aus im Uhrzeigersinn gestartet, bin also zunächst die Ostküste entlanggefahren. Der urbane Raum zog sich ungefähr 15 km lang hin. Dann wurde es deutlich ruhiger. Links der pazifische Ozean. Meistens lag nur ein schmaler grüner mit Bäumen und Palmen bewachsener Streifen zwischen Straße und Meer! Rechts saftig grüne Natur und die grünen Berghänge. Es ist bewölkt und regnerisch, daher liegt der obere Teil der Berghänge in den Wolken. Die Dörfer und vereinzelten Häuser liegen links und rechts der Straße. Im Inneren der Insel sind die Berge und dichtester Regenwald, dort gibt es keine Straßen. Lediglich ein paar Straßen führen ein kurzes Stück hinein. Diese sind in den wenigsten Fällen geteert. Auch gibt es kaum Häuser im Inneren der Insel. Das Landleben spielt sich rechts und links entlang der Hauptstraße ab. Was auffällt, sind die vielen Kirchen, jedes Dorf hat mindestens zwei Kirchen, angestrichen in frischen Pastellfarben, gelb, rosa, orange, hellblau. Die Häuser sehen deutlich besser aus als auf Fidschi. Auch haben sie Fenster und Türen. Es sieht hier zwar auch alles arm aus, es ist aber kein Vergleich zu Fidschi. Auch sitzen die Menschen nicht auf dem Boden. Die Häuser sehen aber auch, was den sozialen Status angeht, sehr unterschiedlich aus. Ab und zu halte ich an, um Fotos zu machen. Ärgerlich es fängt richtig heftig an zu regnen. Anhalten und Aussteigen macht wenig Sinn. Es wird mal weniger mit dem Regen und es wird wieder mehr. Auf einmal geht der Scheibenwischer nicht mehr! Umkehren habe ich nun gar keine Lust. Vielleicht hört der Regen ja auf oder der Scheibenwischer geht irgendwann wieder. It is not so much fun bei Regen ohne Scheibenwischer! Bei den vielen Kurven, den ab und zu kommenden Serpentinen und den vielen Schlaglöchern kann man eh nicht schnell fahren. Nach 60 km komme ich in Taravao an. Da sieht mir doch plötzlich etwas nach einer Werkstatt aus. Im hintersten Tahiti sprechen die wenigsten Englisch. Auch niemand in der Werkstatt. Mit Zeichensprache kann ich trotzdem mein Problem mitteilen. Der Mechaniker ruckelt an verschiedenen Stellen etwas herum, und der Scheibenwischer geht wieder! In diesem Ort gibt´s Mc Donalds. Vorteile, schnell, günstig und man kennt es. Für heute, meine Wahl. Die Abfahrt für die Nordostküste von Tahiti iti habe ich verpasst. Beide Straßen hätte ich heute eh nicht mehr geschafft. Mit meinen ganzen Stopps und der mit Schlaglöchern übersäten Straße komme ich mit 50 bis 60 km/h nur langsam voran. Ich nehme die zweite Abfahrt nach Tahiti iti und fahre die Südwestküste soweit wie die Straße geht. Es hat aufgehört zu regnen und die Sonne kommt sogar ein bisschen durch. Diese Straße bis zum Straßenende in Teahupoo ist klasse. Es gibt links und rechts so viel zu sehen. Rechts das Meer, in kleinen Buchten Boote, die Häuser und Menschen rechts und links der Straße und links die aufsteigenden grünen Berghänge. In Teahupoo Fotostopp und Umkehren, den gleicher Weg zurück. Wieder ein Stück durch Taravao. Wahnsinn, links und rechts neben der Straße nur Wasser. Links der Ozean, rechts ebenfalls Wasser. Die Straße ist ohne Geländer. Im Dunkeln möchte ich hier nicht fahren! Jetzt geht es die 60 km entlang der Westküste zurück nach Papeete. Es sind zwar nur 60 km, aber ich rechne mal, dass ich zwei Stunden brauchen werde. Inzwischen ist es schon 16.00 Uhr. Um 18.00 Uhr wird es dunkel und es gibt hier keine Dämmerphase. Innerhalb von 10 Minuten ist es dunkel! Da ich Papeete nun auch noch nicht so gut kenne, möchte ich ungern im Dunkeln dort umherirren. Ich bin daher nur noch wenige Male angehalten, Supermarkt, Snackpause, Fotostopp. Gutes Timing, bin 18.00 Uhr in Papeete und mit Google Map und GPS finde ich auf Anhieb meinen Weg durch Papeete zu meiner Unterkunft, Ankunft 18.10 Uhr.
Abends koche ich mir etwas. Meine Unterkunft ist toll! Die Unterkunft ist mit offener Küche. Offen meint, offen zum Garten und Swimming-Pool, lediglich überdacht. Keine Hostelküche! Es ist eine farbenfrohe nette kleine Küche mit zwei Tischen. Wobei, hier sind nur maximal sechs weitere Gäste. Jedes Zimmer hat ein Fach in einem Vorratsschrank und ein Regal im Kühlschrank. Darüber hinaus stellt Laurence gratis Lebensmittel zur Verfügung, Bioeier von ihren frei rumlaufenden Hühnern, selbstgemachte Marmelade von ihrer Mutter und tropische Früchte und Avocado aus ihrem Garten.

 

Tahiti, unterwegs mit Suzuki Jeep, Westküste, 1.4.16

Tahiti, unterwegs mit Suzuki Jeep, Westküste, 1.4.16

Tahiti, Westküste, 1.4.16
Tahiti, Westküste, 1.4.16

Samstag, der 2.4.16
Ich habe den Jeep einen zweiten Tag. Heute fahre ich anders herum, entgegen den Uhrzeigersinn. Das Museum von Tahiti und seiner Inseln soll gut sein. Es liegt in Punaauia. Also biege ich bei der Abfahrt Punaauia Centre ab. Eine schlechte Straße führt ins Zentrum. Bei einem Imbiss halte ich an und frage nach dem Museum. Ohne der französischen Sprache mächtig zu sein, ist es nicht so ganz einfach. Eine Kundin bietet mir an, ich solle ihr folgen, sie würde in die Richtung des Museums fahren. Es geht noch ewig lange durch Punaauia. Sie fährt bis zum Museum vor. Beim Museum scheint heute viel los zu sein. Der Parkplatz ist vollgeparkt. Dann weist mich jemand ein, ich solle auf den Rasen vor dem Museum parken. Nach mir bekommen die nächsten Besucher auch diese Aufforderung. Ich schau mir also die Ausstellung an. Diese handelt von der Entstehung der fünf Archipele von Französisch Polynesien und der Besiedelungsgeschichte. Natürlich in Französisch, leider ist nicht alles ins Englische übersetzt. Des Weiteren wird man über Flora und Fauna informiert. Daneben gibt es Ausstellungsstücke der frühen Polynesier wie Kanus, Statuen, Korbflechtarbeiten und Gebrauchsgegenstände. Große Schwarzweißfotos zeigen die frühen Begegnungen der Europäer mit den Einheimischen und die damalige Umgebung. Mich wundert doch sehr, Französisch Polynesien ist nicht unabhängig und gilt als französisches Überseegebiet. Das es das heute noch gibt, und gerade Frankreich!? 1958 soll es eine Abstimmung gegeben haben, in der die Bevölkerung sich mit Mehrheit dafür ausgesprochen haben soll, zu Frankreich gehören zu wollen. Dafür haben sie den französischen Pass. Können also jederzeit nach Frankreich gehen, was wohl auch viele junge Menschen zum Studieren machen. Seit 1984 gilt Französisch Polynesien als autonom. Sie haben ihren eigenen Präsidenten und 50 Minister bei insgesamt 250000 Einwohnern! Einige Dinge liegen in der Hand Frankreichs wie Außenpolitik, Justiz und Innere Sicherheit. Der Regierungsapparat Französisch Polynesiens wird von Frankreich bezahlt, da Frankreich noch bis 1998 Atomtests auf einem Atoll durchgeführt hat, das jetzt menschenleer und nuklear verseucht ist. Auch bekommt Französisch Polynesien Gelder von Frankreich. Die Einwohner sind EU-Bürger, sie nehmen an den EU-Wahlen teil, haben aber nicht die gleichen Rechte wie die EU-Bürger in Europa, sie dürfen nicht überall in Europa leben und arbeiten. Reisen ist bildend! Damit hätte ich mich sonst nicht auseinandergesetzt!
Ich habe geschrieben, dass der Parkplatz vor dem Museum voll ist. Die Masse der Besucher ist nicht im Museum. Hinterm Museum ist ein Tattoo-Festival. Tätowierungen gehören zur Kultur der Polynesier. Auch in Neuseeland hatte ich schon mitbekommen, dass die Tattoos bei den Maori eine hohe Tradition haben. Wer zum Tattoo-Festival möchte, muss nochmal Eintritt zahlen. Interessiert mich jetzt nicht so und ich will schließlich um die Insel fahren. Als ich vom Parkplatz runterfahre – das gibt´s doch nicht – treffe ich zwei junge Deutsche, Johannes und Sina, wieder, die ich vor zwei Tagen bei meinem Bummel durch Papeete kennengelernt habe. Sie tragen ihren Backpack auf dem Rücken und suchen eine Mitfahrgelegenheit nach Papeete. Nur, dass ich dort gerade herkomme. Ich setze meine Runde um die Insel mit dem Jeep fort. Da bin ich ganz durch Punaauia gefahren, jetzt registriere ich, es gibt dicht beim Museum eine Ausfahrt zur Hauptstraße. Kurzes Stück südlich von Punaauia, auf Kilometerstand PK 18 liegt der beste Strand, den ich auf Tahiti gesehen habe, Plage (franz. = Strand) Vaiava. Kurzer Stopp. Hier sind keine Touristen, nur Einheimische. Ich überlege, ob ich Zeit erübrigen kann, für einen kurzen Sprung ins Wasser. Nachdem ich ein paar Fotos gemacht habe, entscheide ich mich jedoch weiterzufahren, da ich erst ein Achtel meiner geplanten Strecke zurückgelegt habe. Mein nächster Stopp lässt nicht lange auf sich warten. Nur zwei drei Kilometer weiter. Heute, wo ich das zweite Mal auf der Insel unterwegs bin, fallen mir die Hinweisschilder besser auf. Und zwar eins mit Hinweis auf den archäologischen Tempel Marae de Arahurahu. Die Anlage ist nicht weit ab von der Hauptstraße und auch nicht groß, lediglich eine alte Steinskulptur und die Reste einer Tempelruine gibt´s zu sehen. Entlang der Westküste kommen immer mal wieder die roten Segelhinweisschilder mit dem Hinweis eines Plage (franz. = Strand). Es sind kleine Strände, ohne Touristen, und heute am Samstag voll von Einheimischen. Hier sind keine Hotels. Die Hotels auf Tahiti sind lediglich in Papeete, in Richtung Süden gibt´s laut Karte vereinzelt welche bis maximal 15 km außerhalb von Papeete und in die andere Richtung, Richtung Nordost gibt´s laut Karte nur noch eins das Radisson ca. 10 km entfernt. Die meisten Touristen kommen lediglich in Tahiti an, fliegen weiter nach Bora Bora – ich habe gehört, der teuerste Urlaubsort überhaupt – bleiben maximal ein zwei Nächte in Papeete und fliegen wieder ab von Papeete. Ich setze meine Autofahrt fort. An den nächsten vier Hinweisschildern, einer Grotte, ein weiterer Tempel, das Gauguin Museum (soll laut Touristeninformation eh geschlossen sein) und ein botanischer Garten, fahre ich vorbei, andernfalls komme ich heute im Hellen nicht mehr rum um die Insel. Kurz vor Taravao, direkt am Ozean gelegen, ist ein Crepes-Stand und ich lege eine Essenspause ein. Eigentlich ist mein Plan gewesen, an diesen Tag die Nordoststraße auf Tahiti iti hin- und zurück zufahren. Beim Vergleich der verbleibenden Stunden bis es dunkel wird und der Zeit, die ich inklusive zum Befahren von Tahiti iti benötige, käme heraus, dass ich nicht vor Einbruch der Dunkelheit zurück in Papeete bin. Im Dunkeln zu fahren macht für mich wenig Sinn, da ich dann auch nichts von Tahiti sehe. Also lasse ich für heute Tahiti iti aus und plane das Auto an meinem letzten Tag vor Abflug erneut zu mieten. So kann ich heute in Ruhe ohne Hetze die Ostküste mit Zwischenstopps zurück nach Papeete fahren. Gestern bei Regen und ohne funktionierende Scheibenwischer war das Fahren und Begucken schließlich nicht so genussvoll. Die Ostküste soll generell regenreicher sein. Heute regnet es nicht und ich begucke mir die etwas weniger besiedelte Ostküste. Die Natur wirkt auf dieser Seite noch uriger, die Straßen sind kurvenreicher und vereinzelt mit Serpentinen. Die Meereswellen erscheinen mir hier höher, die Einheimischen sind mit Surfbrettern am Wellenreiten. Um Tahiti herum ist das Korallenriff nicht vollständig geschlossen. Es ist ein geologischer Prozess. Auch die Vulkaninsel Tahiti versinkt mit einer Geschwindigkeit von 0,25 mm pro Jahr im Meer und im gleichen Prozess wird über Jahrtausende der Korallenriffsaum um das Zentrum von Tahiti ausgebildet. Habe ich heute im Museum gelernt! An schönen und interessanten Stellen stoppe ich um Fotos zu machen. Stellen, an denen der Blick auf den Ozean schön ist, der Blick auf die Berghänge und die Natur schön ist oder um die Häuser der Menschen zu fotografieren. Mein Geruchsinn nimmt den Qualm in der Nähe von Häusern wahr. Es geht gegen Abend, die gesamte Bevölkerung scheint abends Barbecues zu machen. Perfektes Timing, mittig in der zehnminütigen Dämmerphase um 18.05 Uhr komme ich in meiner Unterkunft an.

Tahiti, Punaauia, im Hintergrund Moorea, 2.4.16
Tahiti, Punaauia, im Hintergrund Moorea, 2.4.16
Tahiti, Westküste, weißer Sandstrand zwischen Punaauia und Paea, 2.4.16
Tahiti, Westküste, weißer Sandstrand zwischen Punaauia und Paea, 2.4.16
Tahiti, Westküste, weißer Sandstrand zwischen Punaauia und Paea, 2.4.16
Tahiti, Westküste, Plage Vaiava, zwischen Punaauia und Paea, 2.4.16
Sandstrand zwischen Punaauia und Paea, im Hintergrund Moorea, 2.4.16
Sandstrand zwischen Punaauia und Paea, im Hintergrund Moorea, 2.4.16
Tahiti, mein fahrbarer Untersatz, kurz vor Taravao, Westküste, 2.4.16
Tahiti, mein fahrbarer Untersatz, kurz vor Taravao, Westküste, 2.4.16
Tahiti, mein fahrbarer Untersatz, kurz hinter Taravao, Ostküste, 2.4.16
Tahiti, mein fahrbarer Untersatz, kurz hinter Taravao, Ostküste, 2.4.16

Fortsetzung folgt.

Moorea

Bin heute Abend, Sonntagabend den 10.4.16, von der Insel Moorea, eine Nachbarinsel von Tahiti, zurückgekommen. Ich war ab Montag den 4.4.16 sechs Tage auf Moorea. Ein Traum!! Das Internet war dort schlecht, daher konnte ich nichts Neues posten. Ich habe es aber auch nicht geschafft, offline weiterzuschreiben.
Heute Abend nur kurze Stichpunkte:
Tolle Strände! Kristallklares türkisblaues Wasser! Was man sonst als blaue Lagune kennt – etwa eine teichgroße Fläche von azurblauen Wasser – geht einmal rund um Moorea. In der Ferne beobachtet man, wie rund um die Insel die Wellen des Pazifiks sich am umliegenden Riff brechen. Zwischen dem türkisblauen Wasser der Lagune und dem blauen Wasser des Ozeans erscheint die weiße brechende Welle, die sich weiß aufschäumend entlang des Riffs fortsetzt. Faszinierend, konnt ich immer wieder minutenlang zusehen!
Im Ort Maharepa hatte ich eine tolle Unterkunft, auch wieder über Airbnb bei Isabelle und Frederic. Supersupernett! Die beiden haben mir auch ein Auto zur Verfügung gestellt. Dies habe ich an zwei Tagen genutzt und bin einmal so rum und einmal andersrum um die Insel gefahren. Es führt eine Straße einmal um die Insel. Umfang 65 km. Der Tag ging jedesmal drauf mit meinen zahlreichen Stopps.
Im Inneren der Insel sind Berge, grüne Berge und zerklüftete Berge. Der Anblick Mooreas ist faszinierend, ob von See aus ankommend oder abfahrend von der Fähre aus. Oder von der Straße beim Umrunden aus. Oder beim Schwimmen von der Lagune aus. Je nachdem wie die Sonne steht, erscheinen die Berge leuchtend grün oder silhouettich grau.
Und ich war wieder mal Schnorcheln. Aber diesmal mit Mantarochen und Haien! Das ist hier völlig normal und ungefährlich. Habe sechs Mantarochen und ungefähr acht Haie gesehen. Die Haie schwimmen an einem vorbei, die waren schätzungsweise 1,2 – 1,4 m groß. Der größte Hai im Riff soll 1,6 m sein. Und die Mantarochen, die kommen fast wie Hunde und Katzen an einem heran und man hat das Gefühl, die wollen gestreichelt werden. Und natürlich gab´s wie üblich Korallen und die vielen kleinen und mittelgroßen bunten Fische zu sehen.
Nächstes Mal mehr!

Schnorcheln auf Moorea in der Lagune, 7.4.16
Schnorcheln auf Moorea in der Lagune, 7.4.16
einer der sechs Mantarochen, beim Schnorcheln, 7.4.16
einer der sechs Mantarochen, beim Schnorcheln, 7.4.16
Schnorcheln auf Moorea in der Lagune, 7.4.16
Schnorcheln auf Moorea in der Lagune, 7.4.16

12.4.16 Mein Flug in der Nacht vom 11. zum 12.4.16 zur Osterinsel wurde gestrichen. Zusätzliche Übernachtung im supernoblen Hotel in Papeete auf Kosten der Airline! Mein Flug geht heute Nacht zur Osterinsel. Demnächst mehr.


 

Abschluss Neuseeland

23.3. – 25.3.16 Wellington

Wellington, 24.3.16
Wellington, Mount Victoria, 24.3.16

Heute war mein vorletzter Tag in Neuseeland. Heute ist Mittwoch der 30.3.2016 und wir haben 21.45 Uhr. Noch einmal schlafen und dann fliege ich morgen am 31.3.16 um 16.00 Uhr von Auckland nach Tahiti! Nach fünf Stunden Flug komme ich in Tahiti genau zu dieser Zeit wieder an: am 30.3.16 um 21.45! Ich komme ein Tag früher an als ich abgeflogen bin! Ich reise also um einen Tag in die Vergangenheit! Die Übernachtung vom 30.3. zum 31.3. musste ich zweimal buchen, einmal in Neuseeland und einmal in Tahiti.

Ich wollte noch abschließend einige Kapitelchen zu meiner Neuseelandreise schreiben. Diese wären …
– 23.3. – 31.3.16 meine letzte Woche wieder auf der Nordinsel, (folgt)
– der Kiwibus, (folgt)
– und über die Leute und die Begegnungen, die ich in Neuseeland gemacht habe. Ich habe viele nette Menschen getroffen. Ich bin aber auch auf einige doofe Menschen gestoßen. Die gibt es einfach auch. Auch interessant.
Erstmal zu den netten Menschen: Ich weiß, es warten zwei junge Frauen aus Ostfriesland, Rica und Laura, darauf, dass sie endlich in meinem Blog vorkommen. Dreimal habe ich die beiden getroffen. Beim dritten Mal haben die zwei mir gesagt, sie gucken öfters unter Nordinsel und Rotorua, ob dort endlich etwas über unsere Begegnung vorkommt. Leider bin ich mit dem Nordinsel-Beitrag noch nicht viel weiter gekommen. Also, am 20.2.16 habe ich die beiden das erste Mal in Wai-O-Tapu bei Rotorua getroffen. Ich habe sie angesprochen, ob sie ein Foto von mir machen können. Beim Wandern durch das geothermale Vulkangebiet sind wir öfters aufeinander gestoßen, haben Fotos gemacht und sind Abschnitte zusammen gegangen. Die beiden, erst 18, 19 Jahre alt, sind nach dem Abi nach Neuseeland gereist, haben work and travel gemacht, u.a. haben sie als Erntehelfer Riesenmelonen pflücken und tragen müssen und sind nun per Couchsurfing in Neuseeland unterwegs. Für Couchsurfing gibt es eine Plattform, ein Gastfreundschaftsnetzwerk, im Internet. Couchanbieter und Couchsuchende kommen so zusammen. Reisende schlafen bei Privatleuten im Wohnzimmer auf der Couch. Diese Art der Übernachtung ist kostenlos. Dafür haben sich die zwei stets einen fahrbaren Untersatz gegönnt. Bitte berichtigt mich, falls ich jetzt was durcheinander bringe. Das erste Fahrzeug war ein Camper, der bald den Geist aufgegeben hat, der Zahnriemen ist gerissen. Der Camper war gekauft, das Geld war futsch. Auch das zweite Fahrzeug, diesmal ein Auto, haben die beiden gekauft. Ich traf die Beiden dann ein zweites Mal. Und zwar auf der Südinsel am 10.3.16 in Franz Josef. Ich saß draußen zum Essen im Rainforest Retreat als die beiden die Straße entlang kamen. Das gibt´s doch nicht. Am 17.3.16 begegnen wir uns zum dritten Mal, diesmal in Queenstown auf der Aussichts-Plattform bei der oberen Station der Gondola. Very funny!
Am 24.3.16 traf ich in Wellington auf dem Mount Victoria Linda und Jana aus Pinneberg, Schleswig-Holstein! Ich habe mich richtig lange mit den beiden unterhalten. Auch die zwei sind nach dem Abitur mit Auto in Neuseeland und Australien unterwegs.

Nach sieben Monaten Reisen in Südafrika, Australien, Fidschi und Neuseeland musste ich feststellen, Backpacker oder Langzeitreisende in meiner Altersstufe gibt´s so gut wie gar nicht auf der Bühne der Weltreisenden. Ich bin in meiner Altersstufe nahezu alleine unterwegs. Den einzig wichtigen Reisenden habe ich getroffen, Colin! Die Weltumreisenden sind die 19 bis 25 Jährigen. Die jungen Deutschen reisen nach dem Abi, die jungen Engländer etwas später, während oder nach dem Studium. Die Zeiten haben sich geändert. Als ich 19 war, sind wir Zelten an der Ostsee oder nach Rømø in Dänemark gefahren oder für ein paar hundert Mark mit der Landjugend nach Jugoslawien, Spanien oder Malta. Ich habe das Gefühl, ich habe sie alle gesehen, die deutschen Abiturienten, in Südafrika, Australien und in den Kiwi-Bussen in Neuseeland! Und ich erinnere mich gut an Heidi, die Freundin meiner Cousine Maike. An Maikes 50. Geburtstag erzählte sie, dass ihre Tochter nach dem Abi erstmal nach Australien wolle und sie sich etwas sorgte und sich das Ganze nicht so recht vorstellen konnte. An alle Mütter, ihr braucht euch keine Sorgen um eure Kinder machen. Die kommen gut klar, lernen unglaublich viele neue Freunde aus aller Welt kennen, kochen zusammen in den Hostels – auch die Jungs – und erleben eine tolle Gemeinschaft!

Südinsel

Südinsel
Wir schreiben heute das Datum 9.3.2016, ein Mittwoch, und ich sitze in meinem Zimmer des Rainforest Retreat im Touri-Ort ´Franz Josef Glacier Township`. Glacier heißt zu Deutsch Gletscher. Und genau die gibt es hier! Hier, in der Mitte der Westküste der Südinsel, wo ich heute angekommen bin. Für morgen habe ich mich zu einer Gletschertour angemeldet. Ehrlich gesagt, habe ich etwas Bammel. Ich war noch nie auf einem Gletscher. Keine Ahnung, was mich dort morgen erwartet. Da ich aber nun einmal hier bin, und man das macht, wenn man hier ist, und, mit mir, 32 von 48 Leuten aus dem Kiwi-Bus dies machen, mache ich das auch. Das Ganze findet über den Tag verteilt in kleinen Gruppen statt. Man fliegt mit einem Hubschrauber auf den Gletscher und anschließend sollen wir drei Stunden im Eis wandern! Passende Kleidung (Jacke, Hose, Stiefel mit Steigeisen) wird einem gestellt. Ich hoffe, ich steh das Ganze durch.

 

Ich habe wieder etwas Lust zum Schreiben bekommen, die täglichen Klicks motivieren ein wenig, obgleich sich kaum jemand zu erkennen gibt. Um in chronologischer Reihe zu berichten, beginne ich mit der Überfahrt auf die Südinsel am Mittwoch, vor genau einer Woche, den 2.3.16. Morgens 7.30 Uhr fuhr der Kiwi-Bus am YHA-Hostel in Wellington ab und kutschierte die Reisenden zum Terminal der Interislander-Fähre. Wie ich es erwartet hatte, setzte der Bus nicht mit der Fähre über. Jeder musste sein Gepäck wieder an sich nehmen und einchecken wie auf einem Flughafen. Die Fähre legte 9.00 Uhr ab. Wie man sich denken kann, ist die dreieinhalbstündige Überfahrt von Wellington nach Picton ein Erlebnis. Für einen guten Sitzplatz habe ich echt ein Händchen! Ich hatte mir schon gedacht, dass es an Deck ziemlich windig werden wird und gleich einen Topspot, einen superguten Sitzplatz, direkt oben vorne am Fenster angesteuert und bekommen! Die erste halbe Stunde habe ich von dort oben beobachtet wie zig Autos und Caravans vorne auf das riesengroße Schiff fuhren und nebenbei einen Ausblick auf Wellington betrachten können. Die Schifffahrt begann mit der Ausfahrt aus dem Wellington Harbour. Dies ist insofern ein Naturerlebnis als dass rund um den Wellington Harbour, das Land mit grünen Berghängen emporragt. Schaukelig wurde es während der Cookstraße, der Meeresenge zwischen Nord- und Südinsel. Die Cookstraße, benannt nach James Cook, der 1770 als erster Europäer die Meeresenge durchfuhr, zählt zu den stürmischsten Meeresstraßen der Welt. Hier habe ich meine letzten zwei Reisetabletten aufgebraucht. Bis die gewirkt haben, habe ich echt gelitten. Ab dem Verlassen des Wellington Harbours konnte ich schon die gegenüberliegende Seite mit Arapawa Island erkennen. Zunächst als dunkle Silhouette. Mit dem Näherkommen grüne aus dem Meer emporragende Berghänge. Amazing! Incredible! Die Einfahrt in die Marlborough Sounds und durch die Marlborough Sounds, genaugenommen Queen Charlotte Sound, ein Labyrinth aus Wasserwegen, Inseln und Halbinseln! Der Wellengang ist inzwischen wieder friedlich. Die Fähre legt im Hafen von Picton an. Nach dem Auflesen des Gepäcks, steigen alle Kiwi-Bus-Reisende in einen auf der Südinsel bereitstehenden grünen Kiwi-Bus, außer mir. Ich habe in Picton einen Aufenthalt von zwei Tagen geplant und eine Unterkunft unweit des Fähranlegers gebucht.

Es war eine sehr gute Entscheidung, einen Hopp-off in Picton einzulegen. Ich habe diese zwei Tage sehr genossen. Picton ist ein hübscher kleiner Ort mit Jachthafen und einigen walking tracks durch die Natur. Zudem hatte ich hervorragendes Wetter. Sonnenschein, nicht zu heiß und nicht zu kalt. Nachdem ich mich nach meiner Ankunft mit einem Mittagessen im Restaurant an der Ecke London Quay/ High Street mit Blick auf den Hafen gestärkt hatte, habe ich eine kleine Buschwanderung entlang des Lower Bob`s Bay Track zur Bob`s Bay gemacht. Der Wanderweg führt an der Küste am Hang entlang. Es geht durch Busch und Wald und es ergeben sich immer wieder spektakuläre Ausblicke durch Lichtungen auf das unten liegende Meer und auf den Queen Charlotte Sound mit den aus dem Meer ragenden grünen Inseln und Halbinseln. Der Wanderweg endet in der kleinen Bob´s Bay, einem kleinen Strand. Hier unten im Süden ist das Meer kalt. Ich teste das Wasser lediglich mit den Füßen und genieße die Landschaft und den Ausblick. Hier treffe ich zum ersten Mal Colin, einen netten Engländer. Er macht die schönen Fotos von mir. Ich bin ja der Meinung, wie man auf Fotos aussieht, ist immer auch abhängig von dem, der sie macht bzw. wie die Kommunikation zwischen beiden ist. Colin ist das dritte Mal in Neuseeland. Er sagt, er war noch nie in seinen Nachbarländern wie Irland und den skandinavischen Ländern. Er kennt Neuseeland besser als manche Ecken in England. So geht das wohl vielen, genauso war ich noch nie in Holland und was Deutschland angeht, dasselbe. Colin beabsichtigt anschließend nach Australien zu reisen. Ihn interessiert meine bisherige Reise, wie ich in Australien gereist bin und was ich noch vorhabe. Ich erzähle ihm von meinem Fehlgriff des Kiwi-Buses (Es ist leider so! Dem Kiwi-Bus werde ich noch einen Extra-Abschnitt widmen). In Neuseeland reist Colin mit dem Intercity-Bus und der wäre ganz okay. Er fragt, wie denn Adelaide ist, dort wolle er hin. Und gerne von dort nach Alice Springs. Er will sich merken, den Veranstalter ´wayoutback` und meinen Tipp auf ´upgraded tour` zu achten. Er lacht und stellt die Relation auf, die zwischen Preis und Alter der Reisegruppe besteht. Und wir kommen zu dem Schluss, wenn einem eine günstige Tour angeboten wird, sollte man sie, wenn man nicht zwischen 20-jährigen landen will, besser nicht machen. Wir quatschen eine ganze Zeitlang, es wird schummrig und wir treten den Rückweg an. Vom Lower Bob`s Bay Track führt ein Track quer übern Hang auf die andere Seite. Colin schlägt diesen Weg ein, sein Holiday Park liegt dort an der Straße, 2 km vom Picton-Zentrum entfernt. Eine sehr nette Begegnung. Wieder im Zentrum angekommen, kaufe ich mir ein Sandwich im Subway als Abendbrot und kehre in meinen Hostel, dem Fat Cod Backpackers, ein.

Picton, Bobs Bay, 2.3.16
Picton, Bobs Bay, 2.3.16
Picton, Bobs Bay, 2.3.16
Picton, Bobs Bay, im Hintergrund die Fähre, 2.3.16

Es ist Donnerstagmorgen, der 10.3.16 und alle, die nach gestern Abend – nach neuseeländischer Zeit – meinen Blog gelesen haben, vermuten mich jetzt auf den Franz Josef Gletscher im Eis. Dem ist leider nicht so. Ich sitze auf meinem Bett, wieder in die Bettdecke eingemummt und schreibe an meinem Blog. Die Gletschertour wurde heute Morgen wegen schlechtem Wetter abgesagt. Ich habe mich auf die Standby-Liste für morgen setzen lassen. Leider sind für morgen die Wetteraussichten auch nicht viel besser. Es regnet Bindfäden, der Himmel ist nur grau und die Berge sind regenwolkenverhangen. Der Himmel sieht nicht danach aus, als dass sich heute an der Wettersituation noch was ändern wird. Die Westküste ist für viel Regen bekannt und die Unterkunft heißt zu Deutsch ja auch Regenwald-Schlupfloch. Da ich heute wahrscheinlich den ganzen Tag im Zimmer verbringen werde, bin ich doch sehr froh, dass ich gestern nach Ankunft mein gebuchtes Zimmer in ein besseres umtauschen konnte. Mein gebuchtes Zimmer war so klein, dass ich lediglich um mein Bett 30 – 40 cm Platz hatte. Ich wusste nicht, wie ich dort überhaupt meinen Koffer öffnen sollte, außer auf dem Bett. Aber dann müsste ich ja jeden Abend alles zusammenpacken, wenn ich schlafen will. Nein, etwas bequem möchte ich es schon haben. Der relativ kleine Aufpreis für dieses Zimmer hat sich gelohnt. Und immerhin bleibe ich drei Tage hier. Außer meinem Bett ist hier ein weiteres Bett, auf dem ich Koffer und Sachen ausbreiten kann. Und das Zimmer ist mit Bad. Bei der vorherigen kleinen Kabine hätte ich bei jedem Wetter lange Wege draußen zurücklegen müssen, um ein Badezimmer aufzusuchen. Draußen regnet`s Bindfäden. Passendes Wetter, um an meinem Reiseblog weiter zu schreiben. Wo bin ich stehen geblieben?
Bei Picton, Donnerstag, der 3.3.16. Wenn man einmal ein gutes und nettes Restaurant gefunden hat, wieso sollte man dort nicht wieder hingehen? Während ich also im Restaurant an der Ecke London Quay/ High Street gefrühstückt habe, habe ich mir überlegt, welche Wanderung aus dem Picton-Flyer ich diesen Tag mache. Ich konnte mich schwer entscheiden. Wandere ich den anspruchsvolleren Snout Track oder den kürzeren und leichteren Waikawa Track? Beide Wanderwege beginnen östlich des Zentrums, nachdem man die Fußgängerbrücke übern Yachthafen passiert hat. Als ich mich dann vor Ort entscheiden muss, welchen Weg ich nehme, schlage ich den kürzeren Waikawa Track ein. Hübscher Spazierweg, östlich unten am Hang der „Snout-Hügel“, rechts liegen die urbanen Ausläufer von Picton. Auf dem Weg kommt man schnell voran und nach kurzer Zeit lassen die Standorttafeln darauf schließen, dass ich schon fast den halben Weg in die Waikawa Bay gegangen bin. Unterwegs führen an mehreren Stellen unterschiedlichste Wege hoch auf den Snout Track. Bei der vierten Gelegenheit wandere ich die schmale Straße hoch, die zum Snout Track Car Park führt. Ungefähr auf Höhe ein Viertel des Snout Tracks. Ich laufe den Snout Track weiter. Der Snout Track verläuft ungefähr parallel zum gestrigen Lower Bob´s Bay Track, nur weiter oben am Hang bzw. auf dem Hang und führt bis zum Ende der Landzunge. Der Wegwechsel war eine gute Entscheidung. Die Ausblicke auf den Queen Charlotte Sound sind fantastisch! Und der Wanderweg ist toll. Mal durch Wald, mal mehr freigelegen. Und stets etwas rauf und runter. Gefühlt müsste bald das Ende der Landzunge kommen. Es geht leicht um die Kurve, das Ende? Nein. Aber ein unbeschreibbar schöner Rundum-Ausblick, übern Marlborough Sound. Aus dem Wasser ragen die grünen Halbinseln und kleinen Inseln empor. Die Standorttafel gibt den Hinweis: 40 Minuten bis zum Snout-Head, one way wohlgemerkt! Und wenn man nach unten guckt, sieht man das Ende. Zwei Sachen sind mir klar. Erstens, der Ausblick wird von da unten nicht besser. Zweitens, hin und zurück bedeuten anderthalb Stunden Laufzeit, die von meinem heutigen Kräftepool abgehen. Das dritte Argument wird mir bald geliefert, als die zwei Mädels, mit denen ich eben noch Fotos geschossen habe, mit hechelnder Atmung zurückkommen. Der Weg ginge so steil runter und sei so schlecht. Dies Plätzchen Erde ist schön. Ich weiß heute gar nicht mehr, wie lange ich dort gesessen habe. Eine Stunde? Habe einige Reisende dort getroffen. Und mich lange mit einer jungen deutschen Frau unterhalten, die erst per Hitchhiking durch Neuseeland gereist ist und nun mit einem Israeli zusammen per Auto reist. Namen und wo sie her kommt, habe ich vergessen. Dazu habe ich zu viele Leute getroffen. Wir treten ungefähr zusammen den Rückweg an. Ich habe den Plan, doch noch nach Waikawa zu laufen. Dort soll ein Restaurant sein und ich müsste auch meine Wasserflasche auffüllen. Als links ein Weg hinunterführt, schlage ich diesen ein. Der Weg ist gut, allerdings zieht er sich bis Waikawa doch noch ganz schön hin. Schlussfolglich habe ich für den Rückweg dann ja noch was vor mir! Vielleicht fährt ja ein Bus zurück. Endlich in Waikawa angekommen, zücke ich meinen Fotoapparat aus der Tasche um das Schild „Waikawa“ zu fotografieren. In dem Moment kommt Colin um die Ecke und fragt, ob er wieder picture of mir machen soll. Wir unterhalten uns. Colin hat seine Wanderung für den Otago Rail Trail gebucht, eine 152 km lange Wanderung, die er innerhalb einer Woche zurücklegen will. Das Gepäck wird transportiert. Wir unterhalten uns. Ich will mir noch die Marina, den Yachthafen, ansehen und Colin geht seinen Weg weiter. Der Ort sieht nicht danach aus, als ob hier ein Bus zurück nach Picton fährt. Beim Fotografieren der Boote komme ich mit einem Bootsbesitzer ins Gespräch. Er will noch nach Picton, zum Supermarkt, fahren. In ca. 15 Minuten. Er könne mich mitnehmen. Ich bin noch unschlüssig, da ich evtl. im Lokal etwas Essen wollte. Nachdem ich mir das Lokal angeguckt habe, entscheide ich mich, doch besser in Picton zu essen und halte eine Weile Ausschau nach dem Fahrer. Nichts zu sehen. Ich schlage den Weg Richtung Wald und walking track ein. Eine gute Stunde Fußmarsch steht mir bevor! Rechtzeitig, bevor ich auf dem walking track bin, kommt der Bootsbesitzer mit Auto vorbei und liest mich auf. Er bietet mir an, mir noch eine andere Stelle der Waikawa Bay mit schönen Ausblick und Strand zu zeigen. Eine Stelle, die ich von der Marina aus, nicht sehen könnte. Ich kann mir denken, welche Stelle er meint. Ich hatte auf der Karte schon gesehen, dass die Bay in der Mitte durch eine Landzunge unterbrochen ist. Mit Auto ist man schnell überall. Ich kriege also noch eine weitere schöne Stelle der Waikawa Bay zu sehen. Anschließend fährt er nach Picton. Er wohnt in Christchurch, hat in Waikawa sein Boot. Die Südinsel sei viel schöner als die Nordinsel. Neuseeland hat 4,5 Millionen Einwohner, 3,5 Mio auf der Nordinsel, davon allein 1,5 Mio in Auckland, nur 1 Mio auf der Südinsel. In Picton angekommen, bietet er mir an, mir einen weiteren Lookout zu zeigen. Und zwar den Picton Lookout vom Queen Charlotte Drive über den Hafen. Wir beobachten das Ankommen der Fähre. Anschließend fährt er mich zu meinem Hostel. Da ich hungrig bin, gehe ich zum Abschluss des Tages wieder in mein Lieblingsrestaurant.

Freitag, der 4.3.16. Gegen 12.30 Uhr muss ich beim Fähranleger sein, zum Pick up durch den Kiwi-Bus. Außer Packen, gemütlichen Frühstücken oder eher Brunchen mache ich nicht viel und ziehe 12.00 Uhr mit meinem Koffer zum Fähranleger. Rechtzeitiges Dasein sichert einem einen guten Platz im Bus. Ich sitze also dort, wo die Busse abfahren. Wer kommt vorbei? Colin. Was ich diesen Vormittag so gemacht hätte? Nichts außer frühstücken. Er wäre schon gewandert, weist mit Körpersprache auf einen Berg irgendwo dahinten hin, den er rauf und runter gelaufen ist. Jetzt will er mit den Intercity-Bus weiter nach Kaikoura. Als mein Kiwi-Bus kommt und die jungen Leute aus den Bus für die Überfahrt zur Nordinsel aussteigen, spricht Colin mir sein Mitleid aus. Ich werde noch über den Kiwi-Bus schreiben. Der Bus ist zwar schlimm, aber nicht ganz so schlimm wie alle immer tun. Vor der Invasion der Kiwianer, jene die mit der 12.30-Fähre aus Norden kommend die Südinsel erreichen und in den Bus steigen, bin ich im Bus. Erste Reihe ist frei! Setze mich auf die Fahrerseite. Da der Busfahrer tiefer sitzt, hat man dennoch freie Sicht. 12.40 Uhr die Invasion. 13.00 Uhr fährt der Kiwi-Bus ab. Heutiges Ziel ist Kaiteriteri und der Abel Tasman National Park. Während der Busfahrten verfolge ich die Wegstrecken auf meinem Tablet mit Google Map und GPS. Ich weiß nicht warum, aber der Fahrer nimmt nicht den direkten Weg von Picton westlich nach Havelock, sondern fährt den Highway 1 zunächst südlich bis Spring Creek. Ab Spring Creek westlich über Rapaura. Dies ist die Marlborough-Gegend mit Weinanbaugebiet. Dann geht´s Richtung Norden durch Kaituna, durch Havelock bis zur Pelorus Bridge. Hier wird ein kurzer Fotostopp eingelegt. Eine der vielen vielen Stellen in Neuseeland, wo Lord of the Rings gedreht wurde! Auch hier sind, wie überall in Neuseeland, ausgeschilderte Walkway Tracks. Neuseeland ist ein einzigartiges Wanderland! Die Landschaft, herrliche Berge mit anfangs noch Graslandschaft und später mit Wald. Serpentinen führen die Berge rauf und runter. Ich komme mit dem Busfahrer ins Gespräch. Er fragt mich, was ich denn die zwei Tage in Picton gemacht hätte. …. Ich komme auf das Alter der Fahrgäste im Kiwi-Bus zu sprechen. Er sagt, das wäre von 18 bis 81. Durchschnittsalter läge bei 24. Außer mir ist diesmal noch ein älteres Paar im Bus, die ich zwischen 50 und 55 schätzen würde. Ich benutze den Kiwi-Bus lediglich als Fortbewegungsmittel. In den meisten Orte bleibe ich zwei oder drei Nächte, einige bin ich auch vier oder fünf Nächte geblieben. Meistens hatte ich eine andere Unterkunft als die Kiwi-Unterkünfte gebucht. Auch das war gut! Und meistens hatte ich vorne im Bus einen Platz, das war auch gut! Wahnsinn, diese Serpentinen. Überall Wald und Wald! Die Bäume sind keine einheimischen. Sie stammen aus Kalifornien. Hier ist ein großes Waldwirtschaftsgebiet. Die Bäume wachsen aufgrund des Bodens hier doppelt so schnell als in Kalifornien. Hier fahren viele LKW mit Baumstämmen beladen. Eine Wahnsinnsserpentine kommt noch einmal kurz vor Hira. Wir kommen durch den Ort Nelson, wo der Fahrer einen Supermarktstopp einlegt. Nach dem Einkauf stehen ca. 45 junge Leute mit gelben Plastiktüten vom Pack-and-Pay-Supermarket und Kartons an der Straße und warten auf den Kiwi-Bus. Ich kaufe nicht viel ein. Erstens will ich mich nicht mit so viel Lebensmitteln abschleppen und zweitens habe ich keine Lust, in den Hostelküchen zu kochen! Ich kaufe maximal fürs Frühstück ein und ein paar Bananen, Obst und Müsli-Riegel für zwischendurch, mal vielleicht für ein Lunchpaket. Wir kommen in Kaiteriteri an. Ein kleiner Ort im Norden der Südinsel in der Tasman Bay, südlich vom Abel Tasman National Park. Jetzt der Alptraum. 48 Leute checken im Hostel ein. Ungünstigerweise bin ich ziemlich am Ende der Schlange, da der Busfahrer denen, die morgen eine Wanderung im Abel Tasman NP machen möchten, den Treffpunkt für das WaterTaxi bekanntgeben wollte, und ich dazu gehörte. Ich warte also ewig in der Schlange bis ca. 40 Leute vor mir ihr Bett/Zimmer haben und bezahlt haben. Hier ist mein privat room mit Bad. Das ist ja dann auch mal wieder ganz schön. Drei Nächte bleibe ich hier.
In dem dem Hostel angrenzenden Restaurant gibt´s einen Extra-Deal für die Kiwi-Reisenden: Fish and Chips inclusive ein Bier oder Wein für 10 N$. Warum sollte ich also kochen? Und ich mache zum wiederholten Male die Erfahrung, dass die günstigen Dinner-Angebote vom Kiwi-Bus nichts taugen!
Am Abend habe ich den Strand von Kaiteriteri inspiziert. Ganz hübsch, mit den Booten, aber viel mit Spazierengehen ist an diesen Strand und in diesem Ort nicht.
Die Abende und Nächte im Hostel, erst recht jene, die man mit Kiwianer auf dem gleichen Flur verbringt sind laut. Ständig, jede Minute, fällt eine Tür ins Schloss und es halt. Zwei Leute habe ich auf dem Flur schon angesprochen, ob sie ihre Zimmertür nicht leise schließen könnten. Doch dies bringt im Grunde nichts! Die Haupthallquelle ist eine Feuertür auf dem Flur. Diese Tür geht gar nicht leise zu schließen und ist direkt neben meinem Zimmer. Wer jetzt meint, da könne ich nichts machen, der kennt mich schlecht! Kurz bevor ich wirklich schlafen will, klemm ich einen Kopfkissenbezug, ich habe mehr als genug Kissen, hinterm Türgriff auf der einen Seite, um die Kante herum und hinterm Türgriff auf der anderen Seite. Am nächsten Morgen habe ich den Kissenbezug gleich wieder entfernt. Muss ja nicht grad jemand vom Hostel mitbekommen. Die folgenden zwei Nächte habe ich es genauso gemacht. Es wird schon nicht grad brennen in den drei Nächten, wo ich hier bin.

Samstag, der 5.3.16. Der Abel Tasman NP liegt im Norden von Kaiteriteri. Laut Google Map führt nur eine Straße westlich am Abel Tasman NP herum und ganz im Norden in den Park hinein. Von Kaiteriteri käme man entlang einer Straße noch bis zum Ort Marahau bis zum Car Park. Dort beginnt der Coastal Track Richtung Norden. Entlang der Ostküste existiert ein einzigartig schöner Walking Track. An die Walking Tracks gelangt man im Grunde nur vom Meer aus per AquaTaxi. In Kaiteriteri sind drei WaterTaxi-Companies ansässig, die nach einem Fahrplan die verschiedenen Bays entlang des Coastal Tracks als Haltestellen anfahren. Als Kiwi-Bus-Reisender bekommt man bei einigen Companies 10 % Discount. Und so habe ich also das Kiwi-Angebot „Seals and Sand“ der Companie Abel Tasman AquaTaxi angenommen. 9.00 Uhr morgens war Abfahrt am Strand. Mit einem Speed-Boot ging´s die Küste entlang. Fotostopp beim Split Apple Rock, mehrere Fotostopps bei kleinen Inseln um Seehunde zu beobachten und gegen 9.50 Uhr wurden wir (7 Kiwi-Leute) in der Torrent Bay abgesetzt. Für den 14-Kilometer-Abschnitt bis Onetahuti Beach hatten wir bis 15.30 Uhr Zeit. Dann sollten wir dort wieder mit dem AquaTaxi abgeholt werden. Es war eine der besten Wanderungen, die ich gemacht habe. Ich konnte in meinem Tempo wandern, hatte genug Zeit, das Grün, die Bäume, das Moos und die Ausblicke aus dem Wald aufs Meer und in die kleinen Buchten zu fotografieren! Es ging auf einem schmalen Pfad die Berghänge entlang, rauf und runter, und durch Wald. Es ging über zig Brücken. Diese Brücken auf den walking tracks sind wirklich einzigartig in Neuseeland! Eine ganz besondere Brücke ist die sog. Falls River Swing Bridge! Auf gut der halben Strecke, am Strand der Bark Bay habe ich meine Mittagspause eingelegt. Hier traf ich dann vier der anderen sechs Kiwi-Wanderer wieder. Gutes Timing, gegen 15.15 Uhr traf ich am Onetahuti Beach ein. Das AquaTaxi umkreiste zunächst die kleine Insel Tonga Island, um wieder Seehunde zu beobachten und fuhr dann entlang der Küste zurück nach Kaiteriteri. Ankunft 16.30 Uhr. Diesen Abend habe ich wieder im dem Hostel angrenzenden Restaurant gegessen. Ich habe noch den morgigen Tag in Kaiteriteri. Da der Ort selbst nicht soviel her gibt, habe ich mir die WaterTaxi-Fahrpläne der drei Companies besorgt. Ich konnte mich aber noch nicht entscheiden, welchen Teilabschnitt des Coastal Tracks ich morgen wandern möchte. Das werde ich morgen entscheiden, auch, nach welcher Länge mir zumute ist.

Sonntag, der 6.3.16. Die Hostel-Küchen und Hostel-Kühlschränke sind ein Thema für sich. Die Küche der Kaiteriteri Lodge fand ich besonders schlimm. Edelstahlbesteck bekam man nur gegen 5 N$ Pfand. Das Essgeschirr, wenn man in dem Fall überhaupt von Geschirr sprechen kann, die Teller, Bretter, Schalen, Schüsseln und Tassen sind aus Plastik. Lange in Gebrauch bestehende Plastikteller sind wirklich eklig. Die Oberfläche des Tellergrundes, die Fläche von der man isst, ist eine einzig raue Fläche, man kann schon gar nicht mehr von Gebrauchsspuren sprechen. Besonders hygienisch. Die Geschirrtücher sind nass und muffelig. Die Spülbecken sind mit Essensresten verstopft. Für Müsli und Joghurt habe ich seit meiner Ankunft in Australien meine eigene Müsli-Schale. In meinem ersten Hostel in Australien gab´s Plastikgeschirr (Teller, Schale, Trinkbecher, Besteck) für 2 A$ zu kaufen. Bis auf die Müslischale habe ich mich von dem anderen Geschirr getrennt. Einen Edelstahllöffel habe ich in meinem ersten Hostel in Südafrika mitgehen lassen. Jetzt noch ein Wort zu den Kühlschränken. Meine paar Sachen, die gekühlt werden müssen, wie Käse, Joghurt, Gurke, Tomaten und Margarine (wenn ich die Margarine nicht mit meiner Marmelade in meinem Zimmer aufbewahre) platzierte ich in einer Plastiktüte an einem freien Platz im Kühlschrank. Mit einem kleinen Beutel im Hostel-Kühlschrank ist man das schwächste Glied. Man findet seine Sachen nicht dort wieder, wo man sie abgelegt hat. Ein Kiwianer meinte zu mir, ich könne doch froh sein, dass ich meine Sachen im selben Kühlschrank wiederfinde. Die Kiwianer kommen mit ihren großen schwarzen Kühltaschen aus dem Supermarkt und belagern damit alle Kühlschrankregale. Kleine Tütchen, wie meine, landen nach hinten gedrückt an der Rückwand des Kühlschrankes, wo das Kondenswasser runterläuft oder kleben am Eis fest und Gurken und Tomaten gefrieren. An diesen Morgen fand ich meine Sachen in einer Kondenswasserpfütze wieder. Es war schon etwas späterer Morgen, ich habe mir zunächst meine WaterTaxis reserviert. Und zwar 12.00 Uhr mit AbelTasman AquaTaxi von Kaiteriteri nach Awaroa und um 17.00 Uhr zurück mit dem WilsonKatamaran von Tonga Quarry. Mein Plan war, besser nach der morgendlichen Invasion und nach Abfahrt des Kiwi-Busses in aller Ruhe zu frühstücken. Leider hatte ich nicht bedacht, dass diese Hostelküche morgens zwischen 10.00 und 12.00 Uhr zum Reinigen geschlossen wird. Zum Glück war die Türe nicht versperrt, ich bin hineingekommen. Natürlich wollte die Reinmachefrau, dass ich gehe. Das war mir jetzt sowas von egal. Was stört sie meine Anwesenheit beim Putzen in der anderen Hälfte der Küche wenn ich hier sitze und esse und meine Brote für unterwegs schmiere. Ich habe versucht, ihr zu erklären, dass ich nicht bis 12.00 Uhr warten kann. Dann ist mein Boot abgefahren. Habe ihr wiederholtes „… das sei hier die Regel …“ abprallen lassen. Was ist passiert? Sie hat wütend die Küche verlassen. Sie hätte doch trotzdem putzen können.
Um 12.00 Uhr begann also wieder meine Speedboottour. Genau wie tags zuvor, fuhr das Boot am Split Apple Rock vorbei und hielt bei den kleinen rockigen Inseln zur Ausschau nach Seehunden. Die Bootstour bis Awaroa war deutlich länger als am Vortage. 13.30 Uhr ging ich an dem tollen Strand in der Awaroa Bay an Land. Zunächst kam ich an der Awaroa Lodge vorbei, Restaurant und Gästehaus, sah übrigens sehr einladend aus, dann machte ich mich auf meinen ca. 6 km langen Wanderweg. Auf diesem oberen Abschnitt waren deutlich weniger Leute unterwegs als am Tag zuvor. Es war wieder amazing, durch diese Natur zu wandern, etwas Feuchtgebiet, Brücken, Wald. Der Blick vom Berghang nach unten auf den Onetahuti Beach! Dann führte der Weg den langen Onetahuti Beach entlang. An diesen Strand habe ich meine Mittagspause gemacht. Anschließend war es nur noch ein kleines Stück bis Tonga Quarry. Diesen letzten Abschnitt bin ich bereits am Vortag in entgegengesetzter Richtung gewandert. Um 17.00 Uhr kam der Katamaran. Ich habe oben an Deck einen tollen Platz bekommen. Die Rückfahrt entlang der Küste des Abel Tasman National Parks war ein Augenschmaus! Grüne Berghänge mit vielen kleinen weißen Sandstränden in den Buchten. Unterwegs wurde in verschiedenen Buchten Halt gemacht und weitere Passagiere gingen an Bord. Gegen 18.00 kam der Katamaran in Kaiteriteri an. An diesem Abend habe ich in dem Restaurant, welches zum Strand hin liegt, gegessen.

Mein nächstes Reiseziel, Tahiti, ist nicht mehr lange hin. So gut es ging, d.h. so wie ich etwas Zeit hatte, habe ich mich hinsichtlich der Orte und Küstenabschnitte etwas belesen, um eine gute Entscheidung zu treffen, wo ich buche. Und an diesen Abend habe ich über Airbnb gebucht. Und zwar die ersten fünf Nächte auf der Insel Tahiti in Papeete, der Hauptstadt von Tahiti und Französisch Polynesien. Französisch Polynesien besteht aus 118 Inseln und Atolle. Irgendwie verhält es sich mit dieser Hauptinsel wie mit der Hauptinsel Fidschis. Auf Tahiti selbst sind nicht die weißen Sandstrände zu erwarten. Auf großes Insel-Hopping habe ich allerdings diesmal keine Lust. Zumal Bora Bora und die anderen Archipele mir zu weit ab liegen, außerdem habe ich diesmal nur 13 Übernachtungen. Einzig sinnvoll erscheint mir, auf die unmittelbare Nachbarinsel Moorea zu fahren, die wunderschön sein soll sowie mit weißen Sandstränden gesegnet ist. Und so habe ich mir für weitere fünf Nächte eine Unterkunft an der Nordküste Mooreas über Airbnb gebucht. Dies erledigt zu haben, ist wieder unglaublich beruhigend. Die folgenden zwei Tage werde ich noch mit Email-schreiben verbringen, um meine letzten drei Nächte abzuklären. Meine letzten zwei Nächte vor Abflug werde ich wieder in Papeete reservieren und die drittletzte Übernachtungsstätte kann ich mir offen lassen, je nachdem, ob ich noch einen weiteren Tag auf Moorea verbringen möchte oder mir auf Tahiti bzw. in Papeete noch etwas anschauen möchte. Das ist doch toll!

Eben (15.00 Uhr) habe ich einen Anruf bekommen. Und zwar habe ich einen Spot für die Gletschertour für morgen, Freitag den 11.3.16 um 8.45 Uhr bekommen. Ob´s wirklich los geht, hängt natürlich vom Wetter ab.

Es ist losgegangen! Das Wetter war super! Kaiserwetter, wie man so schön sagt! Fortsetzung folgt, mir fehlt die Zeit zum Schreiben.

Gletschertrip, Frontseat im Hubschrauber, 11.3.16

Gletschertrip, Frontseat im Hubschrauber, 11.3.16

Franz Josef Gletscher, 11.3.16
Franz Josef Gletscher, 11.3.16
Franz Josef Gletscher, 11.3.16
Franz Josef Gletscher, 11.3.16
Franz Josef Gletscher, 11.3.16
Franz Josef Gletscher, 11.3.16

Dienstag, 15.3.16. Bin gestern in Queenstown angekommen. Queenstown ist ein malerischer Ort am See gelegen und von Bergen umgeben. Leider sehr touristisch. Im Moment (10.00 Uhr morgens) sitze ich schon wieder im Kiwi-Bus. Tagesausflug nach Milford Sound! Fjordlandschaft im Südwesten der Südinsel. Das Wetter ist heute leider diesig und regnerisch. Kleiner Trost, bei Regen sollen dort die Wasserfälle besser sein. In Queenstown bleibe ich vier Tage.

Milford Sound, 15.3.16
Milford Sound, 15.3.16

Fortsetzung folgt.

Freitag, 18.3.16. Bin heute Lake Tekapo angekommen und bleibe zwei Nächte hier. Ich bin zum ersten Mal krank auf meiner Reise. Letzte Nacht in Queenstown musste ich mich zweimal übergeben, hatte furchtbare Bauchweh und habe dementsprechend schlecht geschlafen. 14.30 Uhr ist der Kiwi-Bus in Tekapo angekommen. Habe mich gleich ins Bett gelegt und schon zwei Stunden geschlafen. Die Bauchweh sind zwar weg, fühle mich aber elendig. Lebensmittelvergiftung? Meine Gliedmaßen, Arme, Hände und Beine, tun mir auch weh und ich fühl mich zum Teil heiß an. Leider habe ich kein Fieberthermometer. Zudem bin ich im Vierer-Dorm. Als ich vor vier Wochen dieses YHA-Hostel gebucht habe, war in Tekapo schon kein Einzelzimmer mehr zu kriegen. Dafür werde ich versorgt. Eine Südkoreanerin hat mir schon zwei Beutel Pfefferminztee gegeben und eine andere Asiatin hat mir eine Kanne Wasser hingestellt. Ein Singapurer hat mir Bananen aus dem Supermarkt geholt. Habe mich heute nur von trocken Brot und Bananen ernährt. Melde mich wieder.

Samstag, 19.3.16. Ich fühle mich deutlich besser und denke, ich bin wieder okay. Nach gemächlichen Aufstehen und Frühstücken bin ich am Lake Tekapo spazieren gegangen. Erst am See entlang in westnördliche Richtung. Will abchecken, wie weit es bis zur Lakefront Lodge ist. Dies ist das Stammhostel des Kiwi-Buses. Morgen früh startet mein Bus ab hier. 15 Minuten Fußmarsch. Bin mir noch nicht sicher, ob ich die morgen früh mit Koffer laufen will oder besser das Kiwi-Office anrufe, dass der Bus mich am YHA aufpicken soll. Entscheidender Nachteil ist, ich steige dann definitiv als letzte in den Bus ein. Laufe weiter am See entlang. Als es dort dann nur noch auf den Mount John hinaufgeht, bin ich umgekehrt. Auf einen Berg muss und will ich nun heute nicht grad steigen. Anschließend bin ich den Weg am See entlang in ostnördliche Richtung gewandert. Dieser Weg ist deutlich schöner. Über eine Fußgängerbrücke geht es zunächst über den Tekapo River. Von der Brücke schaut man auf ein irre grünblaues Blau von Lake und River Tekapo. Ein Blau wie in einem Kinderbilderbuch. Direkt auf der Ecke River / Lake Tekapo steht eine kleine Kapelle, die Church of the Good Shepherd. Die einzige Sehenswürdigkeit neben dem Observatorium auf Mount John in Lake Tekapo. Alle Touristen fotografieren die Kapelle. Ein schöner Wanderweg führt weiter am See entlang, z.T. durch Wald bis zum Pines Beach. Dort angekommen, laufe ich den Weg wieder zurück. Im Village Centre kaufe ich mir Quesadillas for take away. Komme erschöpft im Hostel an. Wenn ich mir mit den heutigen Marsch man nicht zuviel zugemutet habe. In meinem Vierer-Dorm habe ich für diese Nacht drei neue Mitbewohner, eine Indonesierin und zwei Taiwanerinnen. Die Taiwanerinnen sind echt süß. Zunächst sehr zurückhaltend. Sie fangen erst an zu reden, nachdem ich sie angesprochen habe. Dann sind sie sehr interessiert an meiner Reise und kommen aus dem Staunen gar nicht wieder raus. Halten mich für smart. Ein Jahr frei zu haben, ist für sie völlig undenkbar. Sie haben nur zehn Tage für Neuseeland. Als ich erwähne, dass ich morgen früh zum Bus muss, bieten sie mir an, mich zu fahren. Sie haben ein Mietauto! Hab ich nicht ein Glück!

Lake Tekapo, 19.3.16
Lake Tekapo, 19.3.16

Sonntag, 20.3.16. Fahrt nach Christchurch. Als ich in der ersten Februarwoche meine Tripabschnitte durch Neuseeland plante, meinte die Dame im Kiwi-Office, in Christchurch bräuchte man nur eine Nacht bleiben. Wegen des Erdbebens von Februar 2011 sei die Stadt voller Constructions und nicht sehenswert. Ja, die ganze Stadt ist eine Baustelle, aber ich hätte auch noch einen zweiten Tag durch die Straßen laufen können. Ich weiß ja nicht, wie die Stadt vorher ausgesehen hat. Colin hat mir geschrieben, dass er zunächst sehr geschockt war und dass es eine total andere Stadt ist und wird, als die er von 2004 kannte. Allzuviel habe ich mir nicht anschauen können. Ich habe eine ganze Zeit zum Mittagessen im Restaurant gesessen, ich habe mir eine Stunde lang die Ausstellung zum Erdbeben (Quake City Exhibition) angeschaut und bin am frühen Abend wieder im YMCA, die Unterkunft, eingekehrt, da ich wieder Bauchschmerzen bekommen habe.
Die Stadt, Bauzäune säumen die Straßen. Bauzäune, wo man nicht hinter schauen kann. Wenn man in die Höhe schaut, sieht man Kräne und Rohbauten mit Baugerüsten davor. Dann gibt es Bauzäune mit Gucklöchern. Durch die Gucklöcher sieht man Ruinen, so z.B. am Catedral Square die Ruine der Kathedrale mit den Abstützungen. Die Geschäfte und Boutiquen der City Mall sind in Containern untergebracht. Es existieren bereits neue Hochhäuser, die Straßenbahnstation Cathedral Junction ist chic und neu und die New Regent Street scheint im alten Stil wieder aufgebaut zu sein. Ob die Straße vorher auch New Regent Street hieß, keine Ahnung. Dann gibt´s viele Flächen, auf denen einfach gar nichts drauf ist, nur Stoppelfeld mit Bauzaun rundherum. Hinterm YMCA liegt der Botanische Garten, der sehr schön sein soll. Den hätte ich mir sonst gerne angeguckt, aber wegen meiner Bauchweh mag ich nicht mehr laufen. Immerhin habe ich einen guten Rundgang durch die Innenstadt gemacht. Gehe in mein Zimmer im dritten Stock. Herrlich sich einfach aufs Bett zu legen. Dann passierts. Auf einmal zittert, ruckelt und wackelt das ganze Zimmer für einen Moment. Als ich gegen die Wand gucke, sind die Umrisse des Spiegelrahmens nicht klar zu erkennen. Hab ich Sehstörungen oder ist das ein Erdbeben? Kurzer Moment, dann ist alles vorbei. Ich gehe aus meinem Zimmer, im Flurbereich ist eine Fernsehecke, wo andere Menschen sitzen. Ja, das war ein Erdbeben. Zwei der jungen Leute sind aus Neuseeland. Sie leben damit. Das sei hier normal. Unter www. geonet.org.nz findet man die Antwort: earth quake, vor 1 Minute, 8.31 pm, Christchurch, 3,6 auf der Richterskala, moderate. Wow, moderate liegt in der Mitte. Die Abstufungen sind: weak, light, moderate, strong, severe. Das war mein zweites Erdbeben. Mein erstes Erdbeben habe ich 2008 in Guatemala in Antigua erlebt. Nachts wurde ich wach, weil unter mir alles ruckelte. Damals hielt es aber etwas länger an. Wenn man mich jetzt fragt, ob ich Angst gehabt hätte. Nein, jedesmal nicht.

Christchurch, 20.3.16
Christchurch, Kathedrale, 20.3.16

Montag, der 21.3.16. Fahrt von Christchurch nach Kaikoura. Kaikoura ist ein kleiner Ort an der Ostküste. Nach viel Ortserkundung und Wandern ist mir nicht, obwohl es hier einen schönen Kaikoura Peninsula Walkway gibt. Hab im Cafe gesessen und am Meer auf einer Bank. Da es meinem Bauch doch noch nicht besser ging, habe ich am Frühabend Selbstdiagnose mithilfe des Internets betrieben. Das sollte man besser nicht machen. Einzig sinnvolle Info aus dem Internet war, wenn die Bauchschmerzen länger andauern, sollte man zum Arzt gehen. Das habe ich dann Montagabend auch gemacht, zumal gleich gegenüber das Hospital bzw. Medical Centre ist. Obwohl schon After Hours war, hat die Ärztin mich doch noch dran genommen. Es war ein interessanter Besuch! Ich war Medium bzw. Lehrobjekt. Sie hatte eine Studentin dabei und nachdem ich zu allem befragt und mein Bauch untersucht wurde, wurden sämtliche gemeingefährlichen Erkrankungen wie beispielsweise Salmonellen und Hepatitis begründet ausgeschlossen. Schade, dass ich nicht alles exakt verstanden habe. Diagnose: Bakterien. Behandlung: Man könnte Antibiotikum geben. Sie meinte aber, das schafft mein Körper auch ohne  und verordnete mir lediglich probiotische Bakterien, die meinen Bauch wieder ins Gleichgewicht bringen sollen. Das könne ein paar Tage dauern oder auch Wochen. Gegen die Schmerzen könnte ich ein Schmerzmittel einnehmen. Da bin ich doch im Nachhinein froh, dass ich zum Arzt gegangen bin und Bescheid weiß.

Dienstag, 22.3.16. Whale Watching.
Fortsetzung folgt.

Kaikoura, Whale Watching, 22.3.16
Kaikoura, Whale Watching, 22.3.16
Whale Watching, Kaikoura, 22.3.16
Whale Watching, Kaikoura, 22.3.16
Whale Watching, Kaikoura, 22.3.16
Whale Watching, Kaikoura, 22.3.16
Whale Watching, Kaikoura, 22.3.16
Whale Watching, Kaikoura, 22.3.16

Morgen, Mittwoch, den 23.3.16, geht´s zurück auf die Nordinsel.

Fährüberfahrt von Picton nach Wellington, 23.3.16
Fährüberfahrt von Picton nach Wellington, 23.3.16

 

 

 

Nordinsel

Ich lebe noch! Mir geht´s gut!!! Bin heute (16.2.16) in Waitomo angekommen. Ich habe keine Zeit zum Schreiben.

Kurzer Rückblick:
8. – 12.2.16 war ich in Pahia (Bay of Islands)
8.2.16 Fahrt von Auckland nach Pahia,
Nachmittags Wanderung im Horotutu Scenic Reserve (Opua Forest) bis zum Lookout
9.2.16 Tour zum Cape Reinga mit 90-Meilen-Strand,
auf dem Hinweg Stopp im Puketi Kauri Forest mit über 1000 Jahre alten Kauri Trees
10.2.16 Waitangi, historischer Ort, 1840 wurde hier der Vertrag von Waitangi entworfen und unterschrieben (Abkommen zwischen den Chiefs der verschiedenen Maoristämmen und den Briten)
11.2.16 Schiffstour in der Bay of Islands, Unglaubliche Natur, lauter kleine Felseninseln in der Bay. Heißt ja auch Bay of Islands. Mittagspause auf der Insel Urupukapuka. Bin am Ende der Fahrt in Russell ausgestiegen und habe mir diesen Ort angeguckt, superhübsch. Habe dort gegessen.
12.2.16 Rückfahrt von Pahia nach Auckland, Zwischenübernachtung in Auckland.

13.2. – 16.2.16 Hot Water Beach
13.2.16 Fahrt von Auckland nach Hot Water Beach, Cathedral Cove
14.2.16 mit Beach Bus bis Ferry Landing gefahren, mit Fähre nach Whitianga übergesetzt, Whitianga den Strand fast bis Wharekao gelaufen, und gleichen Weg zurück. Am Abend heiße „Pools“ in Hot Water Beach.
15.2.16 mit Beach Bus zum Cooks Beach gefahren und Cooks Beach genossen, und zum Shakespeare Cliff gelaufen.

16.2.16 Fahrt von Hot Water Beach nach Waitomo, Wanderung bei Karangahake (alte Goldmine), Ruakuri Cave besichtigt.
Abends sechs weitere Unterkünfte für die Südinsel gebucht. Gar nicht so einfach, Hochsaison, habe manchmal grad noch das letzte Zimmer gekriegt.

Neuseeland ist supergut!!! Grün, hügelig, bestes Klima und Wetter.

Kurzes Lebenszeichen von mir, heute ist Freitag der 19.2.2016 und ich bin seit 17.2.16 in Rotorua. Die ganze Stadt riecht nach Schwefelwasserstoff!!! Gase kommen sogar aus den Ritzen zwischen Straßen und Bürgersteigen. Kein Wunder, Roturua liegt auf einem Vulkan.
Kurzer Rückblick:
17.2.16 Regentag. Fahrt von Waitomo – aus unserer Wanderung wurde nichts, selbst Plan B, der wie Plan A ist, bloß mit Regenjacke, fiel ins Wasser – über Otorohanga nach Hobbiton. Hobbiton ist der Ort der Hobbits. Hier wurde ein Teil von „Der Herr der Ringe“ und die drei „Hobbitsfilme“ gedreht.
Abends Tamaki-Maori-Village-Veranstaltung.

Hobbiton, 17.2.16
Hobbiton, 17.2.16

18.2.16 Regentag. Vier weitere Unterkünfte für die Südinsel gebucht. Geschafft, bis 25.3.16 habe ich ein Dach übern Kopf.
19.2.16 Rotorua angeguckt: den Kuirau Park, der über und über mit blubbernden geothermalen Quellen/Matschlöchern ist. Schwefelwasserstoffgeruch! Es regnet wieder, ziehe ins Rotorua Museum. Supermuseum, schaffe leider bis 18.00 Uhr nicht alles. Gucke mir die Ausstellung zu den lokalen Maori und deren Geschichte an. Selbst das schaffe ich nicht komplett. Das Verhältnis zwischen „Ureinwohnern“ und den Europäern ist in Neuseeland deutlich besser als in Australien! Wobei die Maori sind ja auch erst um 1200 in Neuseeland eingewandert. Von Hawaiki. Wo das ist, weiß niemand. Laut Museum könnte Hawaiki Samoa, Tonga, Tahiti oder eine Insel von Hawai sein. Es wird aber auch vermutet, dass die Maori nicht nur von einer Insel stammen.
Leider ist morgen, 20.2.16 mein letzter Tag in Rotorua. Für morgen habe ich mir einen Shuttle nach Wai-O-Tapu gebucht. Vulkanische Gegend mit geothermalen Matschlöchern und Geysiren. Hier in Neuseeland gibt es auf engsten Raum soviel zu sehen!
Morgen am 20.2.16 hat Schwesterherz Angela Geburtstag. Alles Gute zum 47. Geburtstag!!!

Geysir Lady Knox, Wai-O-Tapu, 20.2.16
Geysir Lady Knox, Wai-O-Tapu, 20.2.16
Wai-O-Tapu, Champaign Lake, 20.2.16
Wai-O-Tapu, Champaign Lake, 20.2.16
Te Puia, Rotorua, 21.2.16
Te Puia, Rotorua, 21.2.16
Te Puia, Rotorua, 21.2.16
Te Puia, Rotorua, 21.2.16
Te Puia, Rotorua, 21.2.16
Te Puia, Rotorua, 21.2.16

Dienstag, 1.3.2016. Kurzes Lebenszeichen von mir. Mir geht´s gut. Ich habe sowas wie eine künstlerische Schaffenspause eingelegt. Nur ganz kurz. Nach Roturua war ich drei Tage in Taupo. Danach zwei Tage in River Valley. Und jetzt zuletzt war ich fünf Tage in Wellington, in der Hauptstadt von Neuseeland. Dort habe ich unter anderem auch das Parlament besichtigt. Und heute das National Museum „Te Papa“. Morgen früh fahre ich mit der Fähre zur Südinsel. Auf der Südinsel werde ich drei Wochen bleiben. Am 23.3.16 werde ich von der Südinsel wieder nach Wellington übersetzen. Soweit erst mal.

 

Ankunft in Neuseeland

Ankunft in Neuseeland, Auckland
Heute, Montag den 1.2.16
, bin ich gegen 12.45 Uhr in Auckland gelandet. Abflug von Nadi, Fidschi 8.45 Uhr. Flugdauer drei Stunden. Zeitverschiebung zu Deutschland 12 Stunden. Neuer Versuch: Jetzt bin ich wirklich auf der anderen Seite des Globus´angekommen. (Fidschi hatte, nachdem ich eine halbe Woche dort war, die Uhr um eine Stunde zurückgestellt. Eine Differenz von 11 Stunden im Voraus zu Deutschland ist die richtige Fidschi-Zeit).
Die erste Fahrt in einem neuen Land ist doch immer wieder etwas Besonderes. So empfand ich es heute auch, als ich mich mit dem Shuttleminibus zu meiner Unterkunft fahren ließ. In Auckland habe ich diesmal eine ganz neue Art der Unterkunft gewählt, und zwar das Studentenwohnheim. Ich habe noch nie im Studentenwohnheim gewohnt. Einmal ist immer das erste Mal. Es sind Semesterferien und die Uni Auckland vermietet die Zimmer unter „campus summer stays“. Wäre mir jenes Zimmer, welches ich erst vorgestern unter Airbnb angefragt hatte, nicht abgesagt wurden, hätte ich nicht gestern das Studentenzimmer gebucht. Mein Zimmer ist ein richtig guter Griff, sehr praktisch, zentral gelegen, preiswert und Frühstück in der Mensa ist inbegriffen. Ein Zimmer mit genügend Ablagefläche durch Regale und mit einem vernünftigen Schreibtisch und Schreibtischstuhl. Kein Wunder, ist ja ein Studentenzimmer. Ich brauch mich also nicht mit Laptop ins Bett setzen oder an einem viel zu niedrigen Tisch schreiben oder andere Orte im Haus aufsuchen, wo ich schreiben könnte. Ich habe mich vorerst für fünf Tage im Studentenwohnheim eingemietet und einen sechsten Tag mit vielleicht. Leider kann ich Ende März, die Tage vor meinem Abflug, kein Zimmer im Studentenwohnheim mieten, weil spätestens ab 21.2.16 die Studenten wieder kommen.
Ich bin heute kurz ins Zentrum gegangen und die Hauptzentrumsstraße, die Queenstreet, bis zum Hafen entlang gewandert. Auf dem Weg habe ich etwas in der Stadt gegessen. Fisch. Die Stadt ist natürlich nicht mit Sydney zu vergleichen. Was ich gleich zu spüren bekommen habe, das ist herrlich frischer Wind wie bei uns in Norddeutschland. Nach drei heißen Australienmonaten und drei heißen Fidschiwochen bin ich doch sehr froh, dass es mit der Hitze ein Ende hat.

Meinen zweiten Tag in Auckland, den 2.2.16, habe ich zu Dreiviertel mit Schlafen verbracht. Ein Ruhetag muss auch mal sein. Ich bin lediglich zum Frühstück aufgestanden, habe mich danach wieder ins Bett gepackt und bis 15.30 Uhr geschlafen. Emails gelesen und geschrieben, darunter zwei Geburtstagsemails an Cousine Marion und Kollegin Barbara verschickt. Diese fünf Tage will ich noch letzte Berichte über Sydney und Fidschi schreiben und mich auf Neuseeland vorbereiten. Ich habe noch nichts über Neuseeland gelesen. Es war nicht möglich, im Voraus über alle Länder etwas zu lesen. Ich bin heute auch nicht mehr rausgegangen und habe unten in der Mensa zu Abend gegessen. Drei Vorteile: schnell, gut und preiswert! Am Abend habe ich am Fidschi-Kapitel meines Blogs gearbeitet.

Meine erste Woche in Auckland ist nur so vorbeigerauscht, obwohl ich – gefühlt – nicht wirklich viel gemacht habe. Ich habe meinen Aufenthalt im Studentenwohnheim um eine siebte Nacht verlängert. Inzwischen ist Sonntag, der 7.2.2016. Ich war mit dem Planen und Organisieren meines Neuseeland-Trips beschäftigt. Ich hatte in Deutschland lediglich einen Bus-Pass von Kiwi Experience gebucht. Kiwi Experience bietet verschiedene Streckenführungen nach dem Hop-on-Hop-off-Prinzip auf den zwei Inseln an. Ich habe einen der umfangreichsten Buss-Pässe gewählt, einen der die Nord- und Südinsel abfährt und der zudem damals im Sonderangebot mit 60 % des Katalogpreises zu erwerben war. Trotz meiner festgelegten Strecke hatte ich immer noch genug zu planen und zu organisieren. Ich war während dieser Woche insgesamt dreimal im Kiwi-Experience-Office und habe die einzelnen Streckenabschnitte mit Reisedatum einbuchen lassen. Wie beim Baz Bus in Südafrika, muss man auch hier, rechtzeitig seinen Platz im Bus reservieren. Als ich nach meinem ersten Besuch im Office feststellte, dass es hier viel komplizierter ist als in Afrika – per Internet geht und wollen sie nicht, per Telefon habe ich aufgegeben nachdem ich zweimal 10 Minuten lang in der Warteschleife war – habe ich mich im Office mit allen Steckenabschnitten bis zum 27.3.16, an dem Tag komme ich wieder in Auckland an, festgelegt. Damit war der Grundstein gelegt. Dann folgte die Zimmerarbeit. Kiwi Experience reserviert einem zwar stets die erste Übernachtung bei Ankunft in einem neuen Ort. Aber was nützt mir das, wenn ich bei 16 von 21 Übernachtungsstopps zwischen 2 und 5 Tagen bleiben möchte und nicht im Dorm (Schlafsaal) schlafen möchte. Also habe ich für meine nächsten 8 Übernachtungsstopps auf der Nordinsel bis zum 2.3.16 mir meine privat rooms gebucht. Nein, stimmt nicht ganz. Einmal ist es mir nicht gelungen. Das Valentinstag-Wochenende ist in Hot Water Beach komplett ausgebucht, dort konnte ich mir glücklicherweise ein Bett im Viererzimmer sichern. Der nächste Punkt, der es in Neuseeland komplizierter macht als in Südafrika ist, dass Kiwi Experience einem nur einen Zettel gibt, auf dem lediglich der Name des angefahrenen Hostels draufsteht ohne Telefonnummer, Adresse oder www. Das heißt, ich musste von jedem Hostel mir erst die Telefonnummer aus dem Internet besorgen, um dann bei 4 von den 8 Hostels festzustellen, dass die privat rooms schon ausgebucht sind und ich wieder per google map recherchieren musste, welch weitere Unterkunft in der Nähe ist. Keine Ahnung, ob der Bus auch bei anderen Hostels ein drop off und pick up macht. Anrufen und Nachfragen würden mich wieder Minuten in der Warteschlange kosten. Versuche ich erst gar nicht. Und habe ich eine andere Wahl außer sonst ins Dorm zu gehen? Nein. Also buche ich in 4 von 8 Fällen das Optimum oder den besten Kompromiss aus Entfernung, Preis und Leistung. Man darf nicht vergessen, es ist zurzeit Hochsaison in Neuseeland. Nachdem ich meine Übernachtungen bis zum 2.3.16 auf der Nordinsel gesichert habe, lehne ich mich jetzt ersteinmal zurück. Das Buchen der Zimmer für die Südinsel steht mir noch bevor.

Am Donnerstag, den 4.2.16 habe ich etwas gemacht in Auckland. Und zwar bin ich mit der Fähre auf die schräg gegenüberliegende Seite nach Devonport gefahren. Mit dem Ablegen und Abfahren bietet sich ein toller Blick auf die moderne City von Auckland. Das Viertel Devonport ist ein Besuch wert. In Devonport werden ab Fähranleger einstündige Minibustouren zum North Head und auf den Mount Victoria angeboten. Das Angebot habe ich angenommen. Die Erhebungen bieten tolle Aussichten über Stadt und Hafen und auf den Vulkan Rangitoto. Die Hauptgeschäftsstraße Victoria Road lockt mit Cafes und netten kleinen Geschäften. Die Häuser, hauptsächlich Holzhäuser, haben einen Baustil, der mir gut gefällt, meistens vorne oder um zwei Seiten herum mit überdachter Veranda. Meistens heller Farbanstrich, gepflegte weiß gestrichene Holzgartenzäune und gepflegte Gärten. Anschließend bin ich entlang des Ufers, die King Edward Parade spaziert, dann in die Cheltenham Road eingebogen und zum Cheltenham Beach spaziert. Beim Blick übers Wasser guckt man direkt auf den Vulkan Rangitoto. Dann wieder zurück zum Fähranlieger und Überfahrt bei untergehender Sonne. Ein tolles Licht fällt auf die City von Auckland, Fotoknips. Die Dämmerphase habe ich mit einem Eis am Hafen genossen.

Am Freitag, den 5.2.16 bin ich etwas durch die Geschäfte in Auckland gebummelt und habe mich zum Shopping hinreißen lassen. Das war zur Abwechslung auch mal ganz schön. Anschließend habe ich die erworbenen Klamotten und die bereits auf Fidschi gekaufte Badezimmermatte mit ein paar weiteren Kleinigkeiten in einem Päckchen zurück nach Deutschland geschickt.

An fünf meiner sieben Tage in Auckland habe ich meine Mahlzeiten abends in der Mensa eingenommen. Das Essen war wirklich gut, hatte kleinen Buffetcharakter, lediglich das Stück Fleisch oder Fisch wurde einem aufgefüllt. Dazu konnte man sich an einer Salatbar bedienen, es gab jeden Tag einen Nachtisch. Und die Maschine zur Selbstbedienung mit warmen Getränken war auch eingeschaltet, wo niemand mitzählte.
Im Keller ist eine Laundry, habe heute meine Wäsche gewaschen und alles zusammengepackt. Morgen breche ich auf. Morgen, Montag der 8.2.16, beginnt mein Trip mit dem Kiwi Experience Bus durch Neuseeland.